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Amokläufer sticht Kinder nieder: Messerattacke in chinesischem Kindergarten

Zum zweiten Mal in nur 24 Stunden hat es einen Amoklauf in einem chinesischen Kindergarten gegeben. Ein arbeitsloser 47-jähriger Mann stürmte nach Berichten der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag in einen Kindergarten in der ostchinesischen Provinz Jiangsu und stach 29 Kinder, zwei Betreuer und einen Wachmann nieder.

Zum zweiten Mal in nur 24 Stunden hat es einen Amoklauf in einem chinesischen Kindergarten gegeben. Ein arbeitsloser 47-jähriger Mann stürmte nach Berichten der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag in einen Kindergarten in der ostchinesischen Provinz Jiangsu und stach 29 Kinder, zwei Betreuer und einen Wachmann nieder. Fünf Kinder wurden schwer verletzt, alle befanden sich in einem stabilen Zustand.

Wie Xinhua berichtete, trug der Mann ein 20 Zentimeter langes Messer bei sich. Die meisten der verletzten Kinder waren demnach vier Jahre alt. Die Betreuer und der Wachmann wurden bei dem Versuch, den Amokläufer aufzuhalten, verletzt. Der Angreifer wurde überwältigt und festgenommen.

Erst am Mittwoch waren bei einer Messerattacke in einer Grundschule in der südchinesischen Provinz Guangdong 18 Kinder und ein Lehrer verletzt worden. Am selben Tag wurde ein Mann in der Provinz Fujian hingerichtet, der bei einer ähnlichen Attacke im vergangenen Monat acht Schulkinder getötet hatte.

Über den Amoklauf am Donnerstag hatten verschiedene Internetseiten zunächst von Toten berichtet. Ein Behördenvertreter sagte AFP jedoch, bislang sei "niemand gestorben". Die fünf schwer verletzten Kinder befänden sich in einem "stabilen Zustand". Auf im Internet veröffentlichten Fotos waren dutzende Menschen zu sehen, die sich vor dem Kindergarten versammelt hatten - die meisten offenbar panische Eltern auf der Suche nach ihren Kindern.

Experten zufolge stieg in China in den vergangenen Jahren die Zahl gewalttätiger Ausbrüche drastisch an. Viele sehen einen Zusammenhang mit dem rasanten Aufstieg Chinas von einem planwirtschaftlich organisierten Land zu einer wirtschaftlichen Weltmacht und dem damit verbundenen Stress für die Menschen. Einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie zufolge leiden zudem rund 173 Millionen Chinesen an psychischen Störungen, mehr als 90 Prozent von ihnen lassen sich aber nicht behandeln.

Leider seien häufig Kinder ein von Amokläufern bevorzugtes Ziel, um die größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen, sagte Ma Ai, Kriminalpsychologe von der chinesischen Universität für Politikwissenschaft und Recht der Nachrichtenagentur AFP. Hinzu komme die "exzessive Beachtung" durch die Medien, wodurch der Kriminelle das Gefühl habe, sein Ziel der Aufmerksamkeit erreicht zu haben, sagte er.

AFP / AFP