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Amoklauf eines Wilderers: Er wollte in seiner Höhle sterben

Fünf Tote, ein riesiger Polizeieinsatz, Panzer: Österreich ist schockiert über das Ausmaß des Blutbads von Kollapriel. Und fragt sich, was den getöteten Alois Huber zu seinem Amoklauf getrieben hat.

Von Volker Königkrämer

Die letzten überlieferten Worte von Alois Huber stammen aus einem Telefongespräch mit einem Freund, und sie sind eine Beichte: "Es ist leider wahr, I hab drei Polizisten daschossen … I bin nämlich da Wilderer vom Annaberg." Das gesteht der 55-jährige Transportunternehmer seinem Jagdkameraden Herbert H. Dienstagmorgen um 7 Uhr am Telefon. Und weiter: "Die 'Burgi' (seinen Hund, Anm.d.Red.) hab i schon daschossen, und mi werden's a net kriegen!"

Zu diesem Zeitpunkt ist das tödliche Drama von Niederösterreich gerade mal sieben Stunden alt. Und was keiner ahnt: Es sollte weitere 17 Stunden dauern, ehe die Polizei am Mittwochmorgen um 0.27 Uhr bestätigen kann, dass Alois Huber tot ist, verbrannt in einem bunkerartigen Geheimraum seines Hofes in der Zehn-Häuser Siedlung Kollapriel, nur wenige Kilometer von Melk entfernt.

Die erschreckende Bilanz dieses blutigen Dienstags: eine aus dem Ruder gelaufene Polizeiaktion, drei erschossene Beamte, ein getöteter Sanitäter, die stundenlange Belagerung mit mehr als 300 Einsatzkräften inklusive Panzern - und zum Schluss der Selbstmord des mutmaßlichen Täters.

Waffen im "dreistelligen Bereich" gefunden

Und am Tag danach fragt sich die Alpenrepublik, wie aus der eigentlich harmlosen Festnahme eines illegalen Jägers ein solches Blutbad entstehen konnte? Vor allem aber: Was Huber zu seiner Wahnsinnstat getrieben haben mag?

Roland Scherscher vom Landesamt für Verfassungsschutz spricht vom "schwärzesten Tag in Niederösterreich". Einsatzleiter Walter Weninger von der Spezialeinheit Cobra schildert Huber als extrem gefährlichen Schützen, der immer gezielt auf Kopf oder Brust seiner Opfer gefeuert habe. Bei der Durchsuchung des extrem weitläufigen, zweigeschossigen Gebäudes mit mehreren Kellern, Hallen und vielen Zimmern hätten die Beamten Waffen "im dreistelligen Bereich" gefunden.

Der von der Polizei in der Nacht gefundene Leichnam ist völlig verkohlt. Erst eine DNA-Analyse soll Klarheit über die Identität des Toten bringen. Die Polizei geht aber "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass es sich dabei um den bislang unbescholtenen Huber handelt.

Neben der Leiche im Keller hinter einer Geheimtür fanden die Beamten auch Hinweise auf weitere Straftaten wie etwa mehrere gestohlene Kennzeichen. Um welche Verbrechen es sich dabei handelt, mochte Polizeisprecher Johann Baumschlager nicht sagen, lediglich, dass sie "nicht mit Leib und Leben" zu tun haben.

Freund berichtet von schizophrenen Anwandlungen

Nachbarn schildern Huber als "introvertiert", "unscheinbar", überhaupt nicht "streitsüchtig". "Dass er zu so etwas fähig sein soll, kann ich nicht glauben", sagt Alois Lagler, ein benachbarter Jagdpächter. Andererseits berichtet sein Freund Herbert H., dass ihm Huber vor etwa zwei Wochen von Problemen berichtet habe: "Dass er so etwas wie ein zweites 'Ich' habe."

Das Internetportal OE24 lässt einen weiteren Freund zu Wort kommen, der sich an einem Psychogramm Hubers versucht. Demnach habe der Transportunternehmer den Krebstod seiner Frau vor 18 Jahren nicht verwinden können. Für sie habe er extra eine Kapelle eingerichtet, in der er täglich betete. Wichtigste Bezugsperson sei sein Schäferhund Burgi gewesen, den er abgöttisch geliebt habe.

Doch reicht das allein für einen solchen Amoklauf, der Dienstagfrüh an einer Straßensperre im Wald bei Annaberg seinen Anfang nahm? Seit 2008 war die Polizei hier einem Wilderer auf der Spur. Der Mann hatte es auf Hirsche abgesehen, acht Stück soll er in den letzten Jahren erlegt haben. Meist vom Auto aus, den Tieren wurden die Köpfe abgehackt, die Kadaver ließ der Unbekannte liegen.

Letztes Lebenszeichen um 17.30 Uhr

Nach einem Tipp richteten die Polizei und Beamte der Sondereinheit Cobra im fraglichen Gebiet mehrere Straßensperren und Kontrollposten ein. Um 0.06 Uhr rast Alois Huber in seinem Toyota Hilux auf eine der Sperren zu und durchbricht diese. Der Wagen wird bei dem Manöver zerstört, landet im Straßengraben. Huber flüchtet zu Fuß in den Wald und eröffnet das Feuer auf zwei Cobra-Beamte, einer von ihnen stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus.

Als kurz darauf ein Rettungswagen zur Stelle ist, feuert Huber durch die Frontscheibe, trifft den 70-jährigen Sanitäter tödlich. Bei seiner Flucht durch den Wald trifft er auf einen Streifenwagen mit zwei Beamten, einem von ihnen schießt er in den Kopf, den zweiten nimmt er als Geisel und flüchtet im gekaperten Polizeiwagen zu seinem Hof ins 70 Kilometer entfernte Kollapriel. Stunden später findet die Polizei auf dem verzweigten Grundstück die Leiche des Beamten.

Immer wieder gibt Huber aus seinem Versteck Schüsse ab. Die Polizei - sie ist mit mehr als 300 Beamten und Sondereinsatzkräften vor Ort - rückt nur extrem vorsichtig vor. Inzwischen sind sogar Panzer zur weiträumigen Sicherung des Geländes aufgefahren. Gegen 17.30 Uhr fällt noch ein einzelner Schuss, es ist das letzte Lebenszeichen von Alois Huber.

Doch erst kurz nach Mitternacht stoßen die vorrückenden Polizisten auf den Geheimgang, der in den versteckten Keller führt. Im Raum habe es gebrannt, so Verfassungsschützer Scherscher. Der zuströmende Sauerstoff habe die Flammen zusätzlich angefacht. Erst nachdem das Feuer gelöscht wurde, "konnte eine verbrannte männliche Leiche entdeckt werden".

Sprecher verteidigt Polizeieinsatz

200 Polizisten, 135 Cobra-Beamte, Panzer - die gewaltige Dimension des Polizeieinsatzes erscheint am Tag danach mehr als fragwürdig. "Ich bitt euch, das wär doch alles gar nicht notwendig gewesen", zitiert die österreichische Nachrichtenagentur APA einen Mann aus Großpriel. Man habe den Mann doch nicht jagen müssen: "Den lass ich doch von mir aus den Hirschen schießen, oder auch zwei, dann fahr ich zu ihm nach Hause und läut an - und alles ist in Ordnung. Warum muss ich den so lange verfolgen, bis er die Nerven verliert?"

Cobra-Sprecher Detlev Polay wehrt sich gegen die Kritik. Das Gebäude sei sehr unübersichtlich gewesen, der Täter sei "äußerst brutal" gewesen und "hätte hinter jeder Ecke lauern können".

Zu einem möglichen Motiv sagte Polay: "Wir kannten den Verdächtigen nicht. Von daher ist uns auch über seine Motivlage nichts bekannt. Es kann nur gerätselt werden."

"Es war kein Amoklauf", behauptete Gerichtspsychiater Reinhard Haller im ORF. Alois Huber habe seine Flucht geplant und gezielt auf die Menschen geschossen. "Er hat sich den Weg zu seiner Höhle freigeschossen, um dort zu sterben."

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.