HOME

Amoklauf in Oregon: Todesschütze besaß 13 legale Waffen

Bisher ist in den USA von einem Amoklauf die Rede, Präsident Obama spricht von einer "Massen-Schießerei". Die Tat hätte noch schlimmer enden kännen.

Der Tatort am am Umpqua Community College in der US-amerikanischen Stadt Roseburg.

Der Tatort am am Umpqua Community College in der US-amerikanischen Stadt Roseburg.

Der Todesschütze von Oregon besaß nach US-Behördenangaben legal 13 Waffen. Sechs Schusswaffen seien nach dem Amoklauf am Umpqua Community College im US-Bundesstaat Oregon gefunden und sieben weitere in der Wohnung des Mannes sichergestellt worden, sagte Celinez Nunez von der US-Waffenkontrollbehörde ATF. Alle Waffen seien von lizenzierten Händlern verkauft worden. Der Schütze habe auch eine Splitterschutzweste und eine große Anzahl an Munition besessen.

Obama warnt vor "Abstumpfung"

Ein junger Mann hatte am Donnerstag am Umpqua Community College in der Kleinstadt Roseburg neun Menschen erschossen. Anschließend war er selbst bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. US-Präsident Barack Obama warnte davor, dass die Vereinigten Staaten angesichts der Waffengewalt "abstumpfen". Erneut forderte Obama schärfere Waffengesetze, in den vergangenen Jahren scheiterten seine Bemühungen aber am Widerstand vor allem der Republikaner im Kongress.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Verantwortlichen in Washington auf, das Problem der Waffengewalt in den Griff zu bekommen. Die Opferzahl durch Schießereien in den USA sei "entsetzlich", sagte Ban nach Angaben seines Sprechers. Amokläufe wie am Donnerstag sind in den USA keine Seltenheiten: In den vergangenen drei Jahren eröffneten Schützen an 142 Schulen und Universitäten das Feuer, wie aus einer Aufstellung der Website "Mass Shooting Tracker" hervorgeht.

Abneigung gegen "organisierte Religionen"

Der Todesschütze soll gezielt Christen ins Visier genommen haben. "Weil Du ein Christ bist, wirst Du Gott in wenigen Sekunden gegenüberstehen", sagte der Schütze laut Stacy Boylan, der CNN einen Augenzeugenbericht seiner Tochter wiedergab. "Ich habe seit Jahren darauf gewartet, das hier zu tun", sagte der Schütze demnach, bevor er den Professor im Unterrichtsraum niederstreckte. Im veralteten Profil einer Website zur Partnersuche bezeichnet er sich laut "New York Times" als "introvertierten" Menschen, der eine Abneigung gegenüber "organisierter Religion" hat. Nachbarn beschrieben den Schützen als zurückgezogenen und verletzlich wirkenden jungen Mann, der mit seiner Mutter lebte und vor Kontakt mit anderen Menschen zurückzuschrecken schien. Laut einem Porträt der "New York Times" trug er häufig Springerstiefel und grüne Armee-Hosen, wollte einem Bekannten zufolge aber nicht darüber sprechen, warum er militärische Kleidung bevorzugte. Behördenangaben zufolge wurden am Tatort drei Pistolen und ein Gewehr sichergestellt.

 

 

 

las/DPA
Themen in diesem Artikel