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Amoklauf in Südkorea: Grenzsoldat erschießt mindestens fünf Kameraden

Ein südkoreanischer Soldat hat unweit der Grenze zu Nordkorea mehrere Kameraden während des Dienstes erschossen. Anschließend flüchtete der bewaffnete Wehrpflichtige. Mittlerweile wurde er umzingelt.

Mehrere Soldaten wurden während des Amoklaufs verwundet und in nahegelegene Krankenhäuser überführt

Mehrere Soldaten wurden während des Amoklaufs verwundet und in nahegelegene Krankenhäuser überführt

In einem Großeinsatz hat die südkoreanische Armee einen Soldaten umstellt, der zuvor fünf Kameraden getötet hatte. Der an einem Posten an der Grenze zu Nordkorea stationierte Mann habe am Samstag das Feuer auf die Soldaten eröffnet, sagte ein Armeesprecher. Danach sei er geflohen. Soldaten spürten den Flüchtigen am Sonntag rund zehn Kilometer von der Grenze entfernt auf.

Der mutmaßliche Täter habe auf die ihn verfolgenden Soldaten geschossen, diese hätten das Feuer erwidert, sagte ein Armeesprecher. Ein Offizier sei verletzt worden. Die Belagerung des Verstecks des 23-Jährigen in der Nähe einer Grundschule dauerte am Sonntag an. Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap sollten die Eltern des Todesschützen dabei helfen, ihren Sohn zur Aufgabe zu bewegen.

Über die Motive für die Gewalttat wurde zunächst nichts bekannt. Der Soldat soll Probleme gehabt haben, sich in seine Rolle beim Militär einzufinden. Seine Vorgesetzten hätten Anweisung gehabt, ihn besonders zu beobachten, sagte ein Beamter des Verteidigungsministeriums in Seoul. Das Verteidigungsministerium kondolierte den Angehörigen der Opfer.

Erinnerungen an 30 Jahre alten Fall

Die Armee löste nach der Bluttat einen Großeinsatz aus. An der Suche nach dem Flüchtigen waren tausende Soldaten beteiligt. In der Region wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. Einwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

Der Grenzposten liegt im östlichen Teil der schwer bewachten Grenze zwischen den beiden koreanischen Staaten. Südkorea befindet sich mit dem kommunistischen Nordkorea formal im Kriegszustand, weil nach dem Korea-Krieg (1950-53) kein Friedensvertrag geschlossen wurde. An der sogenannten entmilitarisierten Zone zwischen beiden Ländern leisten auf südkoreanischer Seite viele junge Wehrpflichtige.

Alle Opfer des Vorfalls vom Sonntag gehörten der in der östlichen Provinz Gangwon stationierten 22. Infanteriedivision an. In der Einheit hatte sich 1984 ein ähnlicher Vorfall zugetragen, als ein Soldat 15 Kameraden in ihren Unterkünften tötete und anschließend nach Nordkorea desertierte.

ono/AFP / AFP
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