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Amoklauf in Taipeh Betrunkener sticht in U-Bahn wahllos auf Menschen ein


Blutbad in der U-Bahn von Taipeh: Ein junger Mann zückt ein Messer und sticht wahllos auf Mitreisende ein. Er hatte getrunken und wollte schon immer "etwas Großes" tun. Es wurde ein Blutbad.

Eine Messerattacke in der U-Bahn der Hauptstadt Taipeh hat am Mittwoch die Menschen in Taiwan schockiert. Nach Angaben der Polizei stach ein 21-jähriger Student mit zwei Messern wahllos auf Passagiere ein, tötete vier Menschen und verletzte mehr als 20 weitere teils lebensgefährlich, bevor er überwältigt wurde. Er gab an, seit seiner Kindheit über eine derartige Tat phantasiert zu haben.

Laut Polizei begann der 21-jährige Cheng Chieh die Attacke, als die U-Bahn außerhalb Taipehs war. Eine Augenzeugin berichtete dem Fernsehsender TVBS, der junge Mann habe seinen Angriff vom letzten Wagen aus gestartet und sei dann weiter vorgerückt, während hunderte Passagiere in Panik vor ihm zu fliehen versuchten. Beim Halt in der nächsten Station flüchtete Cheng. Er wurde von der Polizei gejagt, bevor ihn ein Passagier zu Boden riss und Sicherheitskräfte ihn endgültig überwältigten.

Eine Frau und zwei Männer wurden bei der Attacke sofort getötet, eine 62-jährige Frau starb später im Krankenhaus. 21 weitere Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden, einige von ihnen schwebten den Polizeiangaben zufolge in Lebensgefahr.

Der erste blutige Angriff in der Bahn

Im Verhör gab der Student an, er habe schon seit seiner Kindheit ein "großes Ding" machen wollen, wie Taipehs Polizeichef Chen Kuo-en berichtete. "Er sagte, er hatte die Tat eigentlich nach seinem Uni-Abschluss geplant, in der vergangenen Woche aber entschieden, den Zeitpunkt vorzuverlegen", sagte der Polizeichef. Nach seinen Angaben war der 21-Jährige bislang nicht wegen geistiger Störungen aufgefallen. Die beiden Messer kaufte er demnach in einem Supermarkt der Hauptstadt. Eines von ihnen hatte eine 30 Zentimeter lange Klinge.

Auf Fernsehbildern waren Blutlachen und verstörte Passagiere zu sehen. Ein Zeuge berichtete von seinem Schrecken, als er sah, wie ein blutbedeckter Mann an der Station den Wagen verließ. Die Behörden entsandten sofort zusätzliche Polizisten in das U-Bahnsystem. Laut Polizei war es der erste blutige Angriff seit Inbetriebnahme der U-Bahn im Jahr 1996. Sie wird täglich von 1,85 Millionen Menschen genutzt.

mka/AFP/DPA DPA

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