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Amoklauf in Winnenden: Winnenden ist sprachlos

"Warum du?? Warum ausgerechnet du??" - So lautet der Beginn eines Abschiedsbriefes einer Schülerin an ihre getötete Freundin. Auch am zweiten Tag nach dem Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden suchen die Menschen verzweifelt nach Erklärungen für das unfassbare Verbrechen.

Von Frank Gerstenberg, Winnenden

In Winnenden herrscht auch am Tag zwei nach dem Amoklauf an der Albertville-Realschule Fassungslosigkeit und Entsetzen unter den 28.000 Einwohnern. Im Mittelpunkt steht für die tief geschockten Menschen in der schwäbischen Kleinstadt nach wie vor die Frage nach dem Warum. Weder Ermittler noch Politiker oder Seelsorger haben zu den Motiven der Tat des 17-jährigen ehemaligen Mitschülers bislang eine schlüssige Antwort gefunden.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Öttinger, der sich am Freitagmorgen in ein Kondolenzbuch der Stadt eingetragen hat, sagte gegenüber stern.de: "Diese Dimension ist einmalig. Es gibt keinen Vergleich dazu."

Tiefe traurigkeit liegt über der Stadt. Schülerinnen umarmen sich weinend auf der Straße, viele Menschen stehen gebannt vor den Zeitungsschaukästen - wo man hinschaut, gerötete Augen und betretene Gesichter.

Vor der Albertville - Realschule und an der Schlosskirche liegt ein Blumenmeer, stehen hunderte von Grablichtern, dazwischen Abschiedsbriefe, die erschüttern: So schreibt eine Schülerin an ihre getötete Freundin: "Warum musstest du von uns gehen? Ich kann es einfach nicht verstehen. Warum du?? Warum ausgerechnet du?? Ich kann und will es nicht verstehen. Du warst und bist soo ein schönes Mädchen. Du bist gerade erst 16 Jahre alt geworden."

Über dem Text das Foto eines hübschen Mädchens mit langen, braunen Haaren, das aus dunklen Augen kokett in die Kamera schaut. Geboren am 28. Februar 1993, gestorben am 11. März 2009. Daneben das Foto zweier junger Mädchen, die sich herzlich umarmen: Sie heißen Jana und Krisei - und leben nicht mehr. Ihre Freundin findet bewegende Worte: "Ich wollte dir nur sagen, dass mir das unendlich leid tut, dass wir uns damals gestritten haben. Wo auch immer du jetzt bist, ich will dir nur sagen, dass ich für immer für dich da bin und dich nie vergessen werde."

Für Baden-Württembergs Ministerpräsidenten sind diese Briefe ein Zeichen der Hoffnung: "Sie zeigen, wie einfühlsam junge Menschen sind. Das ist auch ermutigend." Derzeit herrscht im Ort allerdings eher Verzweiflung und Sprachlosigkeit als Zuversicht. Selbst diejenigen, deren Beruf es ist, Trost zu spenden, finden kaum Worte. Der evangelische Pfarrer Reimar Krauss, der selbst eine Tochter an der Schule hat, sagt, er könne im Moment nur eins tun: "Räume schaffen - sowohl für die stille Trauer als auch für die laute Klage." Die Menschen müssten ihre tiefe Bestürzung "herausschreien" dürfen und ebenso jemanden haben, mit dem sie schweigen können. Dafür seien alle Kirchen in Winnenden derzeit Tag und Nacht geöffnet.

Mahnwache vor der Schlosskirche

Seelsorger kümmern sich rund um die Uhr um die Angehörigen und die rund 1400 Schüler des Schulzentrums, zu dem auch ein Gymnasium, eine Hauptschule und ein Berufskolleg gehören. Die Winnender nehmen das Angebot an. Von Donnerstag auf Freitag hielten über hundert Einwohner eine Mahnwache vor der Schlosskirche, ständig brachten Kinder wie Erwachsene Blumen und Kerzen vorbei.

Für Winnendens Oberbürgermeister Bernhard Fritz ist der 11. März 2009 der "Schlimmste in meinem Leben". Fritz war stolz auf die Mitmenschlichkeit in seiner Stadt, die durch das Zentrum für Psychiatrie (ZFP) landesweite Bedeutung erlangt hat. Auch Tim K. wurde dort behandelt, allerdings erfolglos.

Am Mittwoch ermordete er den Hausmeister der Psychiatrie, nachdem er in seiner ehemaligen Schule drei Lehrerinnen und neun Schüler getötet hatte und bevor er seinen Weg nach Wendlingen fortsetzte, wo ein Autoverkäufer und ein Kunde durch seine 9mm-Beretta starben.

Von der Moschee zieht an diesem Freitagnachmittag ein langer Schweigemarsch der türkisch und kosovo-albanischen Gemeinde der Stadt zur Albertville-Realschule. Unter den Trauernden ist auch Adnan Toska, ein junger Kosovo-Albaner, der in Deutschland geboren ist. Er fühlte sich immer wohl in Winnenden: "Es war schön hier, angenehm zu leben." Jetzt möchte er am liebsten wegziehen.

Der 18-Jährige hat am Mittwoch im Kugelhagel des Amokschützen einen seiner besten Freunde verloren: Ibrahim H. "Das ist zuviel. Das kann man nicht aushalten." Er hat mit Ibrahim zusammen beim SV Winnenden Fußball gespielt, Ibrahim war Stürmer. "Er träumte davon, einmal zu einem großen Verein zu kommen, wie jeder Junge, der bei einem kleinen Verein spielt." Ibrahim hatte am Mittwoch keine Chance. Er ging auf Krücken, Folgen eines Kreuzbandrisses, den er sich beim Fußball zugezogen hatte. Adnan hat viele Freunde, auch eine Freundin. "Aber wenn man einen verliert, ist es, als hätte man alle verloren." Ibrahim sei wie ein Bruder für ihn gewesen.

"Dieser Junge hatte alles"

Auch Tim K., den Mörder, kannte Adnan. Flüchtig. Manchmal sei er im "Domino" gewesen, einer Diskothek. Auch auf dem benachbarten Schulhof habe er ihn hin und wieder gesehen. Besonderes sei Adnan an ihm nicht aufgefallen, außer, dass er "unmoderne Klamotten" trug. Adnan hat seine eigene These zur Tat: "Dieser Junge hatte alles, Geld, ein eigenes Zimmer, Spiele. Alles, wovon ein Junge in seinem Alter träumt. Aber im Endeffekt hatte er wahrscheinlich gar nichts. Was nutzt dir das ganze Geld, wenn du keine Freunde hast?" Was Tim K. getan hat, werde er niemals vergessen. Es ist, so der Junge, "Wahnsinn".

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(