Amoklauf nahe New York Geiselnehmer richtet Blutbad an


Im Einwandererzentrum von Binghamton im US-Staat New York stand ein Sprachtest an. Plötzlich stürmte ein Mann das Gebäude und eröffnete das Feuer. Dreizehn Menschen wurden getötet. Danach brachte der Täter zahlreiche Geiseln in seine Gewalt, ehe er sich selbst das Leben nahm.

Blutiges Geiseldrama in den USA: Ein schwer bewaffneter Mann hat in einem Sozialzentrum für Einwanderer im Bundesstaat New York 13 Menschen erschossen. Viele der Opfer sind offensichtlich Ausländer, die sich um eine Einbürgerung bemühten. Die Polizei geht ersten Erkenntnissen davon, dass sich der aus Asien stammende Täter durch einen Kopfschuss selbst umbrachte. Sein Motiv war zunächst unklar. Vier Menschen mussten schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Sie schwebten in Lebensgefahr.

US-Präsident Barack Obama, der beim Nato-Gipfel in Straßburg und Baden-Baden war, äußerte sich "geschockt und tief betrübt" über das erneute Blutbad in seiner Heimat.

Die Gewalttat begann am Freitag um 10.15 Uhr Ortszeit in der Stadt Binghamton, gut 200 Kilometer nordwestlich von New York. Der 42-Jährige betrat mit zwei Handfeuerwaffen das Gebäude der American Civic Association - einer Organisation, die Einwanderern etwa bei der Job- und Wohnungssuche hilft - und eröffnete das Feuer. Zunächst schoss er auf zwei Mitarbeiter am Empfang und feuerte dann in einen nahe gelegenen Raum, wo Einwanderer sich einer Prüfung für die US-Staatsbürgerschaft unterzogen. Einer der Rezeptionisten wurde laut Polizei getötet, der zweite stellte sich tot und alarmierte die Sicherheitskräfte.

Zeitweise hatte der Täter nach Angaben der Polizei etwa 40 Menschen in der Gewalt. Vielen Menschen gelang es, sich in den Heizungsraum im Keller zu flüchten. Um das Entkommen seiner Opfer zu verhindern, hatte der Täter die Hintertür mit seinem Auto blockiert. "Der Überfall war ganz offensichtlich geplant", sagte der Polizeichef der Stadt, Joseph Zikuski. "Ich hörte die Schüsse, jeden Schuss. Ich hörte keine Schreie, nur Stille und Schüsse", sagte eine Frau aus Kasachstan.

Mehrere Stunden lang war die Situation in dem Sozialzentrum völlig undurchsichtig. Die großen amerikanischen TV-Sender berichteten live von dem Geschehen. Scharfschützen zogen vor dem Gebäude in der 47.000-Einwohner-Stadt auf. Zugleich bemühte sich die Polizei aber auch, Kontakt zu dem Täter aufzubauen. So berichteten US-Medien, die Behörden hätten einen vietnamesischen Übersetzer an den Ort des Verbrechens gerufen, um Verhandlungen mit dem Geiselnehmer zu ermöglichen. Spezialisten der Bundespolizei FBI hätten die lokale Polizei unterstützt.

Der Gouverneur des Bundesstaates, David Peterson, sprach von einer "entsetzlichen Tragödie". Auch US-Vize-Präsident Joe Biden äußerte sich zu dem Blutbad. Offensichtlich mit Blick auf die laxen Waffengesetze in den USA meinte er, es sei notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um solche "sinnlose, sinnlose Gewalt" zu verhindern.

Erst in den vergangenen Wochen haben sich in den USA mehrere Gewaltverbrechen und Amokläufen heimgesucht worden. Am 10. März tötete ein Amokläufer im US-Bundesstaat Alabama zehn Menschen und sich selbst. Der 28-jährige Täter hatte in drei Ortschaften ein Blutbad angerichtet.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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