Amoklauf nahe New York Taliban wollen US-Massaker angeordnet haben


Nach dem Massaker in einem US-Sozialzentrum ist das Motiv des Amokläufers noch völlig rätselhaft. Am Tag nach dem Blutbad, dem 14 Menschen zum Opfer fielen, bekannten sich die radikalislamischen Taliban zu dem Verbrechen. Die Polizei ging bislang, davon aus, dass der 42-jährige Täter im Alleingang handelte.

Der pakistanische Taliban-Führer Baituallah Mehsud hat sich zu dem Amoklauf in einem Einwandererzentrum im US-Bundesstaat New York bekannt. "Ich übernehme die Verantwortung. Das waren meine Männer", sagte er dortigen Medien und der britischen BBC am Telefon. Die US-Polizei hatte zuvor keinerlei Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gesehen; zum Motiv des Täters gab es dort keine Hinweise, es bleibt rätselhaft. Bei dem Amoklauf in der US-Kleinstadt Binghampton wurden am Freitag nach Behördenangaben 14 Menschen getötet - darunter offenbar der Angreifer.

Die Polizei geht ersten Erkenntnissen davon aus, dass der 42-Jährige aus Asien alleine für das Blutbad verantwortlich ist. Er soll am Freitag um 10.15 Uhr Ortszeit mit zwei Handfeuerwaffen das Gebäude der American Civic Association betreten haben. Sofort habe er das Feuer eröffnet. Die Organisation hilft Einwanderern etwa bei der Job- und Wohnungssuche und bietet Sprachkurse an. Der US-Sender CNN berichtete am Samstag, die Identität des Täters sei den Ermittlern bekannt. Er sei arbeitslos gewesen und habe zuvor als Techniker in einer Staubsauger-Reparaturwerkstatt gearbeitet. Seine Wohnung in einer nahe Binghamton gelegenen Kleinstadt sei bereits durchsucht und auch seine Mutter vernommen worden.

Zeitweise hatte der Schütze nach Angaben der Polizei rund 40 Menschen in seiner Gewalt. Vielen Geiseln gelang es, sich in den Heizungsraum im Keller und in Schränke zu flüchten. Um das Entkommen seiner Opfer zu verhindern, hatte der Täter die Hintertür mit seinem Auto blockiert. "Der Überfall war ganz offensichtlich geplant", sagte der Polizeichef der Stadt, Joseph Zikuski. 13 unschuldige Menschen starben durch die Schüsse des Mannes, vier Menschen mussten schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. 37 Geiseln seien unverletzt befreit worden. Viele der Opfer sind offensichtlich Ausländer, die sich um eine Einbürgerung bemühten. Der Täter selber habe sich mit einem Kopfschuss umgebracht.

Talibanführer Mehsud dagegen sprach von zwei pakistanischen Tätern, von denen einer entkommen sei. Der Anschlag sei eine Antwort auf Luftangriffe der US-Streitkräfte im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet, sagte er. Anschläge auf US-Einrichtungen würden fortgesetzt, solange die USA ihre Luftangriffe im Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan nicht einstellten, fügte Mehsud hinzu. Mehsud, der bereits einmal von den pakistanischen Behörden für tot erklärt worden war, gilt als Anführer der Taliban-Bewegung Pakistans (TTP). Er hat an der Grenze zu Afghanistan angeblich rund 2000 Kämpfer unter Waffen. Erst vor einigen Tagen hatte er die Verantwortung für mehrere Anschläge in Pakistan übernommen.

DPA/Reuters DPA Reuters

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