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Amoklauf: Russischer Polizeichef erschießt drei Menschen

Ein russischer Polizist ist im Süden Moskaus nach einem Ehestreit in der Nacht zu Montag Amok gelaufen, hat drei Menschen erschossen und sechs weitere verletzt. Vier von ihnen schweben in Lebensgefahr.

Drei Tote und sechs Verletzte, das ist die Bilanz des Amoklaufs eines Polizisten in Zarizyno, einem südlichen Stadtteil von Moskau. Vier der Verletzten schweben ersten Angaben zufolge noch in Lebensgefahr. Der betrunkene Major ist festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei habe der Mann familiäre Probleme.

Der Polizeichef von Zarizyno habe in den Stunden vor der Tat Geburtstag gefeiert. Dabei musste er sich von Ehefrau und Schwiegermutter anhören, sich zu wenig um die Familie zu kümmern, meldete die Agentur RIA Nowosti.

Von der Feier habe sich der Mann per Anhalter zu einem Supermarkt in der Hauptstadt fahren lassen. Dort habe er erst den Fahrer erschossen, sei dann in einen Supermarkt gegangen und habe an dessen Kasse eine Kassiererin und einen Kunden tödlich getroffen. Der Mann sei dann zurück auf die Straße gegangen und habe weiter um sich geschossen.

Mitarbeiter des Supermarktes hätten während des Angriffs die Polizei alarmiert. Der Major habe auf einen Polizisten geschossen, ihn aber nicht getroffen. Der Beamte habe den Täter entwaffnet und festgenommen. Er wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Erst Ende 2008 sei der Polizist befördert worden, so der Moskauer Polizeichef Wladimir Pronin. Bei der Tatwaffe handele es sich nicht um die Dienstwaffe des Mannes, sondern um eine Pistole vom Typ Makarow, die bei einem Einsatz in Südrussland sichergestellt worden sei.

Die Polizeiführung ordnete am Montag eine Razzia nach illegalen Schusswaffen in den eignen Reihen an. Russische Polizisten stehen im Verdacht, zum Teil selbst Mitglied krimineller Banden zu sein.

DPA/AP / AP / DPA
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