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Amoklauf vor zwei Jahren: Stille Andacht für die Opfer in Winnenden

Die Stadt Winnenden gedenkt heute der Opfer des Amoklaufes vom 11. März 2009. Die stille Andacht begann um 9.33 Uhr - genau wie auch vor zwei Jahren der Amoklauf.

Die Stadt Winnenden gedenkt heute der Opfer des Amoklaufes vom 11. März 2009. Die stille Andacht begann um 9.33 Uhr - genau wie auch vor zwei Jahren der Amoklauf. Am 11. März 2009 hatte der 17-Jährige Tim K. in seiner früheren Realschule und später auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen.

Die Familien der Opfer fordern an diesem traurigen Jahrestag endlich wirkungsvollere Änderungen im Waffenrecht, um weitere Bluttaten zu verhindern. Alle bisherigen Reformen seien halbherzig gewesen, heißt es in einem offenen Brief an Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Er wird zum Jahrestag des Amoklaufs in der "Winnender Zeitung" (Freitag) abgedruckt.

Die Politik habe ihre Versprechen "bisher nicht oder nur unzureichend eingelöst", heißt es in dem Brief, der von zehn Familien unterschrieben ist. Noch immer dürften Faustfeuerwaffen in Privathaushalten aufbewahrt und Großkaliberwaffen im Schießsport eingesetzt werden. Die Kontrollen der Waffenbesitzer seien unzureichend, wie immer wieder "haarsträubende und häufige Verstöße" gegen das Waffenrecht zeigten. Die Familien sprachen sich erneut dafür aus, dass Schützenverein die Waffen zentral lagern sollen. Zudem müsse das Waffenzentralregister, das für Ende 2012 angekündigt sei, sofort eingerichtet werden.

Auch bei den Computerspielen müsse die Regierung endlich handeln. "Das Abschießen von menschenähnlichen Wesen darf niemals als gelobte Freizeitbeschäftigung gelten, sondern muss gesellschaftlich geächtet werden." Ein Verbot dieser Killerspiele für Kinder und Jugendliche sei überfällig.

cas/DPA / DPA
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