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Amstetten: "Ich mag die Sonne"

Die Opfer des Inzest-Dramas von Amstetten haben sich erstmals an die Öffentlichkeit gewandt. Auf ein Poster schrieben sie in gemalte Umrisse ihrer Hände Botschaften - die "Kellerkinder" offenbarten dabei andere Wünsche als ihre Geschwister aus der "Oberwelt".

Von Özlem Gezer und Christian Parth, Amstetten

Die Opfer der Inzestfamilie von Amstetten haben sich mit Botschaften auf einem Plakat persönlich aus dem Krankenhaus gemeldet und sich damit erstmals an die Öffentlichkeit gewandt. Gestern Nachmittag hängten Mitarbeiter der Gemeinde ein von Mitgliedern der Familie F. bemaltes Plakat in ein Schaufenster der Stadtwerke am Marktplatz der österreichischen Kleinstadt. Sowohl die Kinder, die im Verlies von Josef Fritzl aufwuchsen, als auch ihre Geschwister, die im Säuglingsalter von ihrem Vater vor der Tür des Hauses an der Ybbstrasse abgelegt wurden, haben ihre Sehnsüchte und Wünsche für die Zukunft darauf formuliert. "Das Plakat war ein ausdrücklicher Wunsch der Familie", sagte der Pressesprecher des Landesklinikums Amstetten-Mauer.

"Wir, die gesamte Familie, möchten diesen Anlass nutzen, um Ihnen allen für ihre Anteilnahme an unserem Schicksal zu danken", steht mit schwarzem Edding geschrieben auf der weißen Leinwand. "Ihr Mitgefühl hilft uns sehr, die schwere Zeit zu bewältigen und zeigt uns, dass es auch gute und ehrliche Menschen gibt." Eingerahmt sind die Sätze mit gezeichneten Umrissen von den Händen der Kinder, Mutter Elisabeth und Fritzls Gattin Rosemarie.

"Freue mich über die Freiheit"

Vor allem die Worte der Kinder, die ihr gesamtes Leben in jenem Kerker verbringen mussten, in den Josef Fritzl vor 24 Jahren seine Tochter gesperrt, vergewaltigt und mit ihr sieben Kinder gezeugt hatte, bewegten die Bürger. Stefan, das zweitälteste Kind von Elisabeth, schreibt: "Freue mich über die Freiheit und meine Familie. Mag die Sonne, die frische Luft und die Natur." Sein Bruder Felix freut sich auf "Schlitten fahren, mit dem Auto fahren, Ball spielen und Schwimmen." Gerne möchte er bald mit anderen Kindern spielen und auf einer Wiese laufen.

Die ganze Familie betont, wie sehr sie ihre Schwester und Tochter Kerstin vermissen, die noch immer im künstlichen Tiefschlaf gehalten wird. Für die 19-Jährige haben sie stellvertretend ein Herz mit ihrem Namen darin gezeichnet.

Kerstins Zustand ist stabiler

Die schwere Erkrankung des Mädchens hat am 19. April zur Befreiung der Familie aus dem Verlies geführt. Kerstin litt unter schweren Krampfanfällen, die einen Sauerstoffmangel verursachten. Mutter Elisabeth hatte ihren Vater und Peiniger dazu überredet, die bewusstlose Kerstin in ein Krankenhaus zu bringen. Ein Arzt, dem der Zustand der Patientin merkwürdig erschien, verständigte daraufhin die Polizei. Es folgte das Geständnis von Josef Fritzl, der seitdem in Untersuchungshaft in der Vollzugsanstalt von St. Pölten sitzt. Noch ist unklar, wie lange das Mädchen im künstlichen Tiefschlaf gehalten werden müsse, aber ihr Zustand werde zunehmend stabiler, sagt ihr betreuender Arzt Albert Reiter.

Die Botschaften auf dem Plakat zeigen, wie unterschiedlich die Wünsche der Kinder aus den beiden Welten sind, die sich Josef Fritzl für seine Bedürfnisse geschaffen hat. Während sich die beiden Söhne, die im Verlies groß geworden waren, an elementaren Dingen wie Menschen, dem Anblick der Natur und der frischen Luft erfreuen, sehnen sich die Kinder aus der Oberwelt zurück nach ihrem normalen Leben. Lisa, die nach Informationen von stern.de bereits seit einem Jahr ein Internat in der Nähe von Wien besucht, vermisst die Schule, ihre Freunde und die Klasse. Ihre Schwester Monika sehnt sich nach der Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr und der Musikschule, in der sie Trompete spielt.

Auch Elisabeth, die allein und ganz ohne medizinische Hilfe im Verlies sieben Kinder zur Welt brachte, äußerte sich erstmals über das gemalte Plakat. Nach einem wochenlangen Belagerungszustand der Klinik Amstetten-Mauer, in der die beiden Familienteile nach und nach spielerisch zueinander finden sollen, wünscht sich die 42-Jährige den "Schutz der Familie" und "Menschen mit viel Herz und Verständnis". Ihre schlohweißen Haare soll sie sich inzwischen gefärbt haben.

Jugendfreund Elisabeths erzählt

Wie stern.de erfuhr, versuchte Elisabeth bis kurz vor ihrer Einkerkerung im dunklen Keller in der Ybbsstraße 40 den Kontakt mit ihrem Vater zu vermeiden. Während ihrer Zeit auf der Berufschule Waldegg, 180 Kilometer von Amstetten entfernt, verbrachte sie auch die Wochenenden im angeschlossenen Internat. Ehemalige Mitschüler erzählen, dass sie damals ein vertrauliches Verhältnis zur Familie eines ihrer Berufschullehrer pflegte. Manche Wochenenden soll sie demnach im Haus der Familie verbracht und auf den kleinen Sohn aufgepasst haben.

Im Jahre 1984, kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Kellnerin, lernte sie schließlich Andreas K. kennen. Der smarte Mann mit dem halblangen dunklen Haar ging in die Parallelklasse. "Sie war nicht wirklich schüchtern und auch nicht labil", sagte Andreas K. zu stern.de. "Sie war mehr ein kumpelhafter Typ, mit dem ich über alles reden und der auch aus sich herausgehen konnte." Die beiden verliebten sich ineinander. Mit einem Lächeln denkt Andreas zurück an den Abschlussball seiner Freundin Elisabeth. Es sei ein Gelage gewesen, das der verantwortliche Lehrer abgebrochen hätte, nachdem ein Schüler nach dem anderen im Delirium vom Stuhl gekippt war. Zu einer tieferen Beziehung zwischen Elisabeth und Andreas kam es jedoch nicht mehr. Denn kurz darauf sperrte Josef Fritzl seine Tochter ein. Mehrfach versuchte Andreas noch, seine Freundin telefonisch zu erreichen. Doch er wurde abgeblockt. "Rufen sie nicht mehr an. Elisabeth ist nicht da", sei ihm am Telefon gesagt worden. Ob er damals immer nur den Vater von Elisabeth an der Strippe gehabt habe, wisse er heute nicht mehr, sagte Andreas K.

Noch immer bezweifeln viele Bürger von Amstetten, das Rosemarie F. nicht einmal vom Missbrauch in der Kindheit ihrer Tochter Elisabeth gewusst haben will. Der "Daily Mirror" hatte berichtet, dass die Ehefrau von Josef Fritzl aus diesem Grund erneut vernommen werden soll. Franz Polzer, Leiter des LKA Niederösterreich, indes weiß nichts von diesem Vorhaben. "Dieser Auftrag wurde uns nicht erteilt", sagte er zu stern.de. "Dazu gibt es auch keinen Anlass." Es gebe zudem weiterhin keinerlei Hinweise darauf, dass Fritzl bei seiner Tat von einer weiteren Person unterstützt wurde.

Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit weiter auf den Keller selbst. Der Einsatz von Leichenspürhunden soll Gewissheit darüber geben, dass es keine weiteren Opfer gibt. Ein Zwillingskind, das kurz nach der Geburt gestorben sein soll, hatte Fritzl in einem Holzofen verbrannt. Überdies sei noch immer unklar, wie der Inzestvater genau das Problem mit der Luftzufuhr gelöst hat, sagte Polzer. Experten suchten mit einem Bodenradar derweil nach weiteren Hohlräumen im Keller, "obwohl wir nicht damit rechnen, hier eine Überraschung zu erleben".

In ihrer Aussage hatte Elisabeth ihre Mutter entlastet. Gemeinsam kümmern sie sich nun in der Klinik um die Kinder, bereiten Frühstück und Abendessen. "Die Kinder spielen, malen und sind besonders von den Computerspielen angetan, bei denen sie sich ausgesprochen geschickt anstellen", sagte Berthold Kepplinger, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses. Allmählich strömt auch das Tageslicht in die Räume, die aufgrund der Lichtempfindlichkeit der Opfer bislang abgedunkelt worden waren.

Auch Oma Rosemarie hat ihre Spuren auf dem Plakat der Familie hinterlassen. In den gemalten Umrissen ihrer Hände ist zu lesen: "Ich wünsche mir, dass ich mit meinen Kindern in Frieden leben kann, mit viel Kraft und Gottes Hilfe."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(