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Angebliche Serienkillerin: Ermittler zweifeln an Aussage von "Craigslist-Mörderin"

Die 19-jährige Miranda Barbour ist wegen Mordes angeklagt - und schockte mit ihrem Bekenntnis zum Serienmord an 22 weiteren Personen. Doch es werden immer mehr Zweifel an ihren Aussagen laut.

Die 19-jährige Miranda Barbour sitzt derzeit in Untersuchungshaft

Die 19-jährige Miranda Barbour sitzt derzeit in Untersuchungshaft

Nach ihrem Bekenntnis zu einer Serie von mindestens 22 Morden wachsen die Zweifel gegenüber den Aussagen der 19-jährigen Miranda Barbour aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania.

Die selbsternannte Satanistin ist wegen Mordes angeklagt, weil sie im November vergangenen Jahres gemeinsam mit ihrem Ehemann den 42-jährigen Troy LaFerrara getötet haben soll, den sie durch das Online-Anzeigennetzwerk Craigslist kennengelernt hatte. In einem Interview mit der Daily Item in Sunbury, Pennsylvania, hatte Barbour am Freitag mindestens 22 weitere Morde zugegeben.

Seitdem wird ihre Geschichte in sämtlichen internationalen Medien heiß diskutiert. Spricht Barbour die Wahrheit oder ist alles nur Show? Laut CNN gehen die Behörden den Aussagen der jungen Frau nach - seien aber skeptisch. Barbour hatte in dem Interview erklärt, dass sie die meisten ihrer Opfer in Alaska ermordet haben will. In dem nordwestlichen Bundesstaat habe man jedoch keinerlei Informationen oder Hinweise darauf, dass Barbour in eine derartige Mordserie verwickelt sein soll, wird die Polizei von CNN zitiert.

Vorgetäuschte Unzurechnungsfähigkeit?

Auch Experten geben sich kritisch. "Es ist eine seltsame Geschichte. Wenn jemand behauptet, so etwas getan zu haben, finden sich normalerweise mehr Hinweise darauf", sagte der Leiter des Instituts für Strafjustiz, Dr. Harry Dammer, an der University of Scranton in Pennsylvania in einem Interview mit dem TV-Sender "WNEP". Er glaube, dass Barbour tatsächlich die Unwahrheit sage. "Es gibt viele Hinweise darauf, dass sie für diesen einen Mord verantwortlich ist. Das exzentrische Verhalten könnte ein Versuch sein, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren", so Dammer weiter.

Selbst der für Barbours Fall zuständige Staatsanwalt Tony Rosini ist skeptisch. "Wir haben Kontakt aufgenommen mit anderen Vollzugsbehörden in ihren ehemaligen Wohnorten und konnten keine Bestätigung finden für das, was sie sagt", zitiert "WNEP" Rosini.

Dass Barbour, die derzeit in Untersuchungshaft sitzt, in der Tat eine lebhafte Phantasie hat, zeigt ein Detail aus ihrem Gespräch mit der Daily Item. Während ihrer Zeit in der satanistischen Sekte sei sie schwanger geworden - doch die Sekte habe nicht gewollt, dass sie das Baby zur Welt bringt. Also habe man sie an ein Bett gefesselt, ihr Medikamente verabreicht und eine Abtreibung vorgenommen. Barbours Mutter sagte nach Angaben der Daily Item jedoch, dass sie mit ihrer Tochter zu einem Arzt gegangen sei, nachdem sie von dem Vorfall erfahren hatte - und dieser keine abgebrochene Schwangerschaft feststellen konnte.

Von Kim Schwarz
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