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Angeklagt wegen Vergewaltigung Kachelmann-Prozess wird verlängert


Der Prozess gegen Jörg Kachelmann dauert wahrscheinlich noch deutlich länger als gedacht. 19 weitere Prozesstage sind in Planung. Derweil ist der Streit zwischen Kachelmanns Anwalt und Alice Schwarzer eskaliert.

Der Vergewaltigungsprozess gegen den Wetterexperten Jörg Kachelmann wird sich voraussichtlich länger hinziehen als bislang gedacht. Die zuständige Kammer habe bis Ende März 19 weitere Termine reserviert, sagte eine Sprecherin des Mannheimer Landgerichts am Montag und bestätigte damit Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus". Offiziell seien die Termine bislang aber nicht, es werde noch geklärt, ob die Prozessbeteiligten Zeit hätten. In dem Prozess, der bis Anfang Dezember unterbrochen wurde, war bislang der 21. Dezember als letzter Prozesstag vorgesehen.

Kachelmann soll laut Anklage eine Ex-Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. Sie hat bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Kachelmann weist die Vorwürfe zurück. Im Prozess hat er sich noch nicht geäußert.

Spekulationen über neue Zeuginnen

Informationen des "Focus", nach denen die Vernehmung neuer Zeugen Grund für die Verlängerung sei, bestätigte die Gerichtssprecherin nicht. Das Magazin hatte berichtet, es gebe konkrete Hinweise auf weitere Ex-Partnerinnen Kachelmanns, die sich bisher noch nicht bei den Ermittlungsbehörden gemeldet hätten. Diese Frauen sollten jetzt gesucht werden. Kachelmanns Heidelberger Anwältin Andrea Combé wollte das nicht kommentieren.

Schwarzer soll Ordnungsgeld zahlen

Die Berichterstattung über den Prozess gegen den Wettermoderator hat unterdessen erneut zu juristischem Streit geführt: Der Kachelmann-Anwalt Reinhard Birkenstock habe einen Ordnungsgeldantrag gegen "Emma"-Herausgeberin Alice Schwarzer eingereicht, sagte ein Sprecher des Landgerichts Köln. Der Anwalt wirft Schwarzer vor, sich nicht an eine Unterlassungserklärung gehalten zu haben. Das Landgericht hat über den Antrag noch nicht entschieden. Es wartet noch auf eine Reaktion von Schwarzer.

Schwarzer hatte Birkenstock in einem Artikel vorgeworfen, das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer des Fernsehmoderators zu diffamieren. So habe er die Frau als Stalkerin bezeichnet. Der Anwalt bestritt dies und sagte, er habe dies niemals gesagt. Daraufhin erließ das Landgericht eine einstweilige Verfügung, in der Alice Schwarzer untersagt wurde, die Behauptung zu wiederholen. Nach Darstellung Birkenstocks hat sie sich daran aber nicht gehalten und den entsprechenden Artikel nicht aus dem Internet gelöscht.

Birkenstock kündigte an, das Geld zu spenden. Bislang ist von 5000 Euro die Rede. Mit Gerichts- und Anwaltskosten könnte es sich aber schnell auf mehrere zehntausend Euro summieren, sagte Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker.

DPA DPA

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