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Angriff auf Polizisten in Hamburg: Hauptverdächtiger stellt sich

Zwei Tage fahndete die Polizei intensiv nach dem mutmaßlichen Hauptverdächtigen für die brutale Attacke auf fünf Polizisten im Stadtteil Neuwiedenthal. Jetzt hat sich der 31-Jährige gestellt. Er stand schon einmal wegen einer Gewalttat in den Schlagzeilen.

Zwei Tage nach einem brutalen Angriff auf fünf Polizeibeamte in Hamburg hat sich der gesuchte Hauptverdächtige Amor S. gestellt. Der 31-Jährige sei am Montagabend bei der Polizei erschienen, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Der Mann sei bereits wegen Schlägereien, Drogenbesitzes und Diebstahls bekannt. Er soll am Samstagabend einen 46-jährigen Polizeikommissar durch Tritte ins Gesicht lebensgefährlich verletzt haben. Nach dem Überfall waren 16 Randalierer im Alter zwischen 15 und 32 Jahren vorläufig festgenommen worden.

Der mutmaßliche Haupttäter war laut Berichten mehrerer Hamburger Zeitungen 1997 schon einmal bundesweit in den Schlagzeilen. Amor S. war Anführer einer Bande, die Jugendlichen im Hamburger Stadtteil Neuwiedenthal unter Androhung von Gewalt Geld, Markenkleidung und Zigaretten abgenommen hatte. Eines der Opfer hatte sich damals vor eine S-Bahn geworfen und war gestorben.

Zwar konnte laut den Berichten Amor S. der Selbstmord nicht angelastet werden, ein Hamburger Gericht verurteilte ihn aber wegen räuberischer Erpressung, Raub und Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft.

In letzter Zeit hatte es wiederholt Übergriffe auf Polizisten gegeben. In Berlin waren Mitte Juni zwei Polizisten bei einer Demonstration durch die Explosion eines Sprengsatzes schwer verletzt worden. Wegen der seit längerem beobachteten Zunahme von Gewaltakten gegen Beamte plant die Bundesregierung derzeit unter anderem eine Strafverschärfung bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

kng/DPA/AFP / DPA
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