Anhörung in den USA Russischer Spion legt Geständnis ab


Nach der Festnahme von zehn mutmaßlichen Spionen in den USA hat einer der Verdächtigen seine Geheimdiensttätigkeit für Russland gestanden. Die Aussage von "Lazaro" dürfte seinem Sohn gar nicht gefallen haben.

Nach dem spektakulären Schlag gegen einen mutmaßlichen russischen Spionagering in den USA hat einer der elf Beschuldigten ein Geständnis abgelegt. Wie US-Medien am Donnerstag berichteten, gab Juan Lazaro nach seiner Festnahme am 27. Juni zu, dass er für den russischen Geheimdienst gearbeitet hat - und dass Lazaro auch gar nicht sein richtiger Name ist. Er stamme auch nicht, wie er zuvor selbst behauptet hat, aus Uruguay. Sein Haus in Yonkers bei New York sei vom russischen Geheimdienst bezahlt worden.

Fußfesseln und Hausarrest

Das alles geht aus Papieren hervor, die die Staatsanwaltschaft einem Gericht in New York vorgelegt hat. Dort fand ein Haftprüfungstermin für "Lazaro", dessen mitbeschuldigte Frau Vicky Pelaez und zwei weitere der mutmaßlichen Spione statt. Im Fall "Lazaro" wurde eine Entscheidung vertagt. Für Pelaez wurde eine Kaution von 250.000 Dollar festgesetzt. Sie wird außerdem unter Hausarrest gestellt und muss Fußfesseln tragen. Richard und Cynthia Murphy müssen auf Beschluss des Richters in Untersuchungshaft bleiben. Der Regierung lägen starke Beweise gegen das Paar vor.

"Lazaro" verzichtete nach seiner Festnahme auf sein Recht zu schweigen und begann alles Mögliche auszuplaudern, erklärten die Staatsanwälte. So habe seine Frau Vicky in seinem Namen Briefe an den russischen Geheimdienst weitergeleitet. Er sagte auch, dass er zwar seinen Sohn sehr liebe, aber seine Loyalität gegenüber dem Geheimdienst nicht einmal seinem Sprössling zuliebe verletzen würde. In einem Punkt schwieg "Lazaro" aber: Er weigerte sich, seinen wahren Namen preiszugeben.

"Spion" nach Kaution auf der Flucht

Einen weiteren Haftprüfungstermin gab es in Boston. Die mutmaßlichen "Maulwürfe" Donald Heathfield und Tracy Lee Ann Foley wurden in Gefängniskleidung, Handschellen und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. Sie winkten und nickten wiederholt ihren beiden 21 und 16 Jahre alten Söhnen im Zuschauerraum zu. Die Entscheidung über eine Freilassung gegen Kaution für sie und einen weiteren Beschuldigten wurde vertagt.

Einer der elf mutmaßlichen Spione war auf Zypern gefasst worden, flüchtete dann jedoch, nachdem er ebenfalls gegen eine Kaution freigekommen war. Die zehn anderen waren am Sonntag in den USA festgenommen worden. Die vier Paare und drei Einzelpersonen sollen jahrelang als Durchschnittsbürger getarnt für Russland spioniert haben. Neben Agententätigkeit wird neun von ihnen auch Geldwäsche vorgeworfen.

mre/AFP/DPA DPA

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