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Anklage im Fall Eva Rausing: Tetra-Pak-Erbe soll Beerdigung seiner Frau verzögert haben

Nach dem Tod seiner Ehefrau ist gegen den Tetra-Pak-Erben Hans Kristian Rausing Anklage erhoben worden, weil er die Bestattung seiner Gattin verhindert haben soll. Warum Eva Rausing starb, ist noch immer unklar.

Nach dem Tod seiner Frau hat die Polizei neue Vorwürfe gegen den Tetra-Pak-Erben Hans Kristian Rausing erhoben. Ihm werde nun zur Last gelegt, die ordnungsgemäße Beerdigung seiner Frau verhindert zu haben, teilte Scotland Yard mit. Der 49-Jährige sollte noch am Mittwoch vor Gericht erscheinen.

Die Leiche von Rausings Frau Eva war in der vergangenen Woche bei einer Drogenrazzia gegen ihren Mann im Haus des Paars im Londoner Nobelbezirk Belgravia entdeckt worden. Die Todesursache ist weiter unbekannt. Eine erste Autopsie brachte kein Ergebnis, die Resultate weiterer Tests stehen noch aus. Vergangenen Freitag leitete die Polizei Ermittlungen gegen Rausing ein, konnte ihn jedoch selbst nicht vernehmen, weil er in medizinischer Behandlung war.

Eva Rausings Vater erklärte in einer am späten Dienstagabend veröffentlichten Mitteilung, seine Tochter habe kurz vor ihrem Tod aus Sorge um ihren Mann eine Entziehungskur unterbrochen. Er kündigte die Gründung einer Stiftung an, die Drogensüchtigen helfen soll. Hans Kristian Rausing ist der Sohn des Mit-Entwicklers des Verpackungskartons Tetra Pak, Hans Rausing. Die Familie stammt aus Schweden, zog aber in den 80er Jahren nach Großbritannien. Rausing und die Tochter eines wohlhabenden Pepsi-Managers aus den USA hatten sich in einer Suchtklinik kennengelernt. Sie bekamen zusammen vier Kinder. Dass das Paar Drogenprobleme hatte, war seit Jahren bekannt. Gleichzeitig unterstützte es mit großen Summen mehrere Organisationen, die sich dem Kampf gegen Rauschgift verschrieben haben.

mlr/AFP/DPA / DPA