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Ansbach: Amokläufer datierte Testament auf "9/11"

Der Amoklauf von Ansbach war offenbar seit langem geplant. Bei einer Durchsuchung des Zimmers des Gymnasiasten stießen Ermittler auf ein Kalenderblatt mit dem Eintrag "17.9. Apokalypse". Ein Testament datierte Georg R. auf 9/11, den Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center.

Der 18 Jahre alte Amokläufer aus Ansbach hat die Tat an seiner Schule von langer Hand geplant. Bei einer Durchsuchung seines Zimmers entdeckten Fahnder entsprechende Briefe, wie Oberstaatsanwältin Gudrun Lehnberger am Freitag berichtete. "Gefunden worden ist auch eine Art Kalenderblatt, da hat unter dem 17.9. das Wort "apocalypse today" (Apokalypse heute) gestanden", ergänzte Jürgen Krach von der Staatsanwaltschaft Ansbach. Auch ein Testament des 18-Jährigen sei unter den Unterlagen gewesen. Das handgeschriebene Schriftstück sei mit dem Datum "9/11" - also dem Jahrestag der Anschläge auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 - versehen gewesen.

Schülerinnen außer Lebensgefahr

Georg R. hatte am Donnerstag neun Schüler und einen Lehrer seiner eigenen Schule zum Teil schwer verletzt. Allerdings sind mittlerweile alle Opfer außer Lebensgefahr. Einen Tag nach dem Anschlag rekonstruierten die Ermittler den Ablauf der Tat: Demnach warf der Abiturient zunächst einen Molotow-Cocktail in die Klasse 10b. Als Tische und Kleider der Schüler Feuer fingen, rannten diese hinaus auf den Flur. Vor der Tür wartete der mit einer Axt bewaffnete 18-Jährige. "Dort schlug der Täter wahllos auf die Schüler und den Lehrer ein", berichtete Lehnberger.

Ein Mädchen traf er mit der Axt am Kopf, sie schwebt wegen eines offenen Schädel-Hirn-Traumas weiter in Lebensgefahr. Eine weitere Schülerin zog sich schwerste Brandwunden zu. Insgesamt erlitten fünf Menschen Brand-, Schnitt- und Schürfwunden, drei bekamen einen Schock. Die Schwester des Täters, die ebenfalls das Gymnasium Carolinum besuchte, ging laut Lehnberger nicht in die beiden attackierten Klassen.

Amokläufer ein zweites Mal operiert

Einen weiteren Brandsatz warf Georg R. in den Raum der Klasse 9c. Dieser Molotow-Cocktail zündete jedoch nicht. Anschließend verschanzte sich der Amokläufer auf der Toilette, wo ihn zwei Polizisten aufspürten. Er sei mit einem Messer auf einen Beamten losgegangen, schilderte die Oberstaatsanwältin. Dieser habe daraufhin fünf Schüsse auf den Schüler abgegeben. Der Jugendliche wurde in ein Krankenhaus gebracht. In der Nacht verschlechterte sich sein Zustand etwas, er wurde ein weiteres Mal operiert. "Er wird heute keinesfalls mehr vernehmungsfähig sein", betonte Krach. Erst im Laufe des Tages werde er aus der Narkose aufwachen.

Die Ermittler konzentrierten sich am Freitag vor allem auf das Motiv des Täters, der offenbar stärker bewaffnet war als zunächst angenommen. Er soll drei weitere Molotowcocktails und neben dem Beil mit einer Stiellänge von 40 Zentimetern drei feststehende Messer und ein Butterflymesser bei sich gehabt haben. "Wir wissen noch nicht viel", sagte Krach. "Die Polizei wird sämtliche Beteiligten vernehmen." So sollen die Schüler der beiden betroffenen Klassen ebenso befragt werden wie die Eltern und Lehrer des Täters, der sich pyschologischer Behandlung befand. "Sein nächster Freund ist bereits vernommen worden", berichtete Krach. Hinweise erhoffen sich die Ermittler auch von der Auswertung der Computer-Festplatte des jungen Mannes.

Seelsorger und Psychologen spenden Trost

Unterdessen nahm am Freitag rund ein Fünftel der Schüler des Carolinum-Gymnasiums die von Seelsorgern und Schulpsychologen angebotene Hilfe an. Allerdings reagierten die Jugendlichen in den Beratungsgesprächen ganz unterschiedlich auf die Tat ihres Mitschülers, berichtete der Leiter der Kirchlichen Notfallseelsorge im Schulbereich, Thomas Barkowski. "Einige sind noch immer tief betroffen, andere wirken gefasst, aber ernst."

Nach Angaben des Geistlichen haben manche Schüler noch immer Probleme, das schreckliche Geschehen zu begreifen. "Sie fangen erst jetzt an, zu verstehen, was passiert ist." 13 Seelsorger und 10 Schulpsychologen boten Schülern in der Turnhalle des Gymnasiums Einzel- und Gruppengespräche an. Viele Schüler zündeten vor ihrer Schule Kerzen an und legten weiße und rote Rosen nieder, um der Opfer zu gedenken.

DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.