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Bombenanschlag in Ansbach : Attentäter erhielt kurz vor der Tat Abschiebeanordnung

Über den mutmaßlichen Attentäter werden zunehmend Informationen bekannt: Der Syrer war polizeibekannt und wurde wegen Suizidversuchen in der Psychiatrie behandelt. Die Entwicklungen zum Nachlesen im stern-Newsticker.

Ansbach: Ermittler der Polizei arbeiten am Tatort des Bombenanschlags

Ansbach: Ermittler der Polizei arbeiten am Tatort des Bombenanschlags. Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag sind am Sonntagabend zwölf Menschen verletzt worden.

+++ 21.24 Uhr: Attentäter erhielt kurz vor der Tat Abschiebeanordnung +++

Der Attentäter von Ansbach hat nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) kurz vor seiner Tat eine Abschiebeanordnung erhalten. Ob diese Anordnung die Attentatsabsicht beschleunigt habe, sei im Moment aber Spekulation, sagte Herrmann am Montag in der ARD. Der 27-jährige Syrer, der sich am Sonntagabend in Ansbach in die Luft gesprengt und 15 Menschen verletzt hatte, sollte nach Bulgarien abgeschoben werden.

Der Flüchtling war offenbar in Bulgarien in die Europäische Union eingereist und als Asylbewerber registriert worden. Später reiste der Mann nach Deutschland weiter, wo das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) aber seinen Asylantrag ablehnte und eine Rückführung nach Bulgarien anordnete. Ein Verwaltungsgericht habe die Entscheidung bestätigt, sagte Herrmann.

Das Bamf habe dann aber selbst die Abschiebeanordnung wieder aufgehoben, wohl wegen gesundheitlicher Probleme des Syrers. Vor zwölf Tagen habe das Bamf dann neuerlich eine Abschiebung nach Bulgarien unter dem sogenannten Dublin-Verfahren angeordnet, sagte Herrmann. Diese Anordnung wäre innerhalb von 30 Tagen zu vollziehen gewesen. Gemäß den Dublin-Regeln ist dasjenige EU-Land für Asylbewerber zuständig, das sie als erstes betraten.

+++ 19.50 Uhr: De Maizière: Flüchtlinge weder Heilige noch Sünder +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat nach den Gewalttaten von Würzburg und Ansbach erneut vor einer Vorverurteilung muslimischer Flüchtlinge gewarnt. "Wir wissen, dass Flüchtlinge weder Heilige noch Sünder sind", sagte der Minister im ZDF. Man könne aber nicht sagen, dass von ihnen eine besondere hohe Gefahr ausgehe. Er empfehle den Bürgern deshalb, Flüchtlingen freundlich, aufgeschlossen, nicht misstrauend, aber auch nicht naiv gegenüberzutreten. Es gebe zwar Verunsicherung bei den Deutschen. Aber: "Ich kann nicht erkennen, dass unsere deutsche Bevölkerung voller Angst ist", sagte der CDU-Politiker.

+++ 18.33 Uhr: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen +++

Nach dem Bombenanschlag von Ansbach besteht nach Angaben der Bundesanwaltschaft der Verdacht einer Mitgliedschaft des Täters in der Terrormiliz Islamischer Staat. Die Behörde übernahm daher Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, wie sie in Karlsruhe mitteilte.

+++ 16.46 Uhr: IS-Sprachrohr: Attentäter von Ansbach war Kämpfer der Terrormiliz +++

Der Attentäter von Ansbach war dem IS-Sprachrohr Amak zufolge ein "Soldat des Islamischen Staates". Das teilte Amak am Montag im Internet mit.

Er habe die Tat als Antwort auf die Rufe des IS begangen, die Koalition zur Bekämpfung der Terrormiliz anzugreifen, hieß es in der Botschaft. Das IS-Sprachrohr berief sich dabei auf eine nicht näher genannte "Sicherheitsquelle" der Terrormiliz. 


+++ 15.34 Uhr: Attentäter hätte noch viele Bomben bauen können +++

Der Sprengkörper sei offensichtlich mit scharfkantigen Metallteilen gefüllt gewesen, sagt Polizei-Vizepräsident Fertinger auf der Pressekonferenz. Durch die Explosion hätte eine Vielzahl von Menschen verletzt oder getötet werden können. Bei der Durchsuchung seiner Asylunterkunft sei auch eine Fülle von Materialien gefunden worden, die zum Bau weiterer Bomben geeignet gewesen wären.

Die Ermittler prüfen nun außerdem, ob der Täter vor der Tat telefoniert hat, sagte Fertinger. Zu klären sei auch, ob vor der Explosion zwischen 21.45 und 22.10 Uhr eine Handyverbindung bestand.

+++ 15.10 Uhr: Innenminister Herrmann: Hinweise auf islamistisches Motiv +++

Die bayerische Landesregierung geht nach der Bombenexplosion im fränkischen Ansbach von einem islamistischen Hintergrund aus. Auf einen ersten islamistischen Selbstmordanschlag in Deutschland deuteten die Umstände der Tat eines vor zwei Jahren nach Deutschland gekommenen syrischen Flüchtlings "schon sehr" hin, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auf einer Pressekonferenz.

+++ 14.36 Uhr: Nowitzki zu Anschlägen: "Das macht einen nachdenklich" +++

Basketball-Superstar Dirk Nowitzki zeigt sich entsetzt von den jüngsten Anschlägen nahe seiner ursprünglichen fränkischen Heimat. "Es ist eine verrückte Welt, in der wir leben. Du bist enttäuscht, du bist sprachlos, was nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt passiert, wie viele unschuldige Leben da vergeudet werden", sagte der 38 Jahre alte Würzburger am Montag der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Sponsorentermins in Zeulenroda-Triebes.

+++ 14.15 Uhr: Psychologe: Zeitliche Nähe von Anschlägen kein Zufall +++

Würzburg, München, Ansbach: Die zeitliche Nähe dieser Gewalttaten ist nach Einschätzung des Psychologen Jens Hoffmann für einen psychologischen Experten kein Zufall. "Leute in einer psychischen Krise, die schon länger über eine solche Tat nachdenken, sehen den großen Effekt und sagen sich: jetzt mache ich das auch", sagte Jens Hoffmann vom Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur am Montag. "Diese Dynamik der individuellen Radikalisierung hat eine neue Qualität." Schließlich sei nach bisherigen Erkenntnissen keiner der Täter in professionelle terroristische Netzwerke oder Ähnliches eingebunden gewesen. 

+++ 14.05 Uhr: Polizei: 15 Verletzte bei Bombenexplosion in Ansbach +++

Bei der Bombenexplosion im fränkischen Ansbach sind nach neuen Angaben der Polizei 15 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Das sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Demnach schwebt aber keiner der Verletzten in Lebensgefahr. Ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien soll am Sonntagabend nahe einem Open-Air-Konzert die Bombe gezündet haben. Der mutmaßliche Täter kam dabei ums Leben. Zunächst waren die Ermittler von zwölf Verletzten ausgegangen.

+++ 13.46 Uhr: Bamberger Bischof Schick: "Nicht von Ängsten beherrschen lassen" +++

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich nach der Bombenexplosion in Ansbach tief erschüttert gezeigt. "Ich bin mit Gebet und Gedanken bei den Verletzten und danke allen Einsatzkräften vor Ort", sagte er am Montag. Die Menschen sollten sich nun aber nicht von Angst beherrschen lassen. "Wenn Ängste unser Leben und unser Handeln bestimmen, wird unsere Gesellschaft noch unsicherer und der Terror hat gewonnen", betonte Schick. Außerdem forderte er, die psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen zu verbessern. 

+++ 13.05 Uhr: Bericht: BKA registriert steigende Zahl von Flüchtlingen unter Terrorverdacht +++

Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland, die unter Terrorverdacht stehen und gegen die ermittelt wird, ist laut einem Zeitungsbericht zuletzt angestiegen. Derzeit liegen den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder 410 Hinweise auf mögliche Extremisten unter den Hilfesuchenden vor, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA) vorab aus ihrer Dienstagsausgabe berichtete. Mitte Mai hatte es demnach noch 369 Hinweise gegeben.

In 60 Fällen leiteten die Behörden demnach Ermittlungsverfahren ein. Auch dies sei eine Zunahme; vor zweieinhalb Monaten seien es noch 40 Verfahren gewesen. "Aktuell liegen uns keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne, auch nicht auf den Bahnverkehr, vor", hieß es laut "NOZ" aus dem BKA. Auch die jüngsten Attentate hätten nicht zu einer anderen Einschätzung der Gefährdung geführt.

+++ 12.46 Uhr: Ministerium: Bisher kein Hinweis auf islamistischen Täter in Ansbach +++

Nach dem Bombenattentat im fränkischen Ansbach mit zwölf Verletzten hat das Bundesinnenministerium noch keine konkreten Anhaltspunkte für einen islamistischen Hintergrund des Täters. "Bisher ist es einfach so, dass wir dafür keinen belastbaren Hinweis haben", so Innenministeriumssprecher Tobias Plate in Berlin. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte hingegen gesagt, er persönlich halte es für sehr naheliegend, dass es sich bei dem 27-jährigen Flüchtling aus Syrien um einen islamistischen Selbstmordattentäter handele.

Plate sagte: "Ich weiß nicht, ob am Ende Erkenntnisse rauskommen, dass es möglicherweise Staatsschutzrelevanz haben mag oder nicht." Er bat um "Nachsicht mit allen Handelnden". Mit Bayern sei ein und dasselbe Bundesland innerhalb weniger Tage von furchtbaren Ereignissen schwer getroffen worden. "Alle handelnden Personen haben (...) in den letzten Tagen kaum Schlaf gefunden." Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

+++ 12.39 Uhr: US-Kasernen erhöhen Sicherheitsmaßnahmen +++

Nach der Bombenexplosion in Ansbach werden die Sicherheitsmaßnahmen am dortigen US-Militärstandort erhöht. "Mitglieder der Militärgemeinde sollten beim Betreten des Truppenstandorts und innerhalb des Geländes mit Verzögerungen rechnen", heißt es auf der Homepage der amerikanischen Militärgemeinde in Ansbach. Bestimmte Zugänge zu Kasernen sollten bis auf weiteres geschlossen bleiben. Der US-Militärstandort "USAG Ansbach" mit seinen acht Kasernen und rund 8000 Gemeindemitgliedern bildet die strategische Luftverkehrsdrehscheibe für die US-Landstreitkräfte in Europa.

+++ 12.15 Uhr: Mutmaßlicher Täter sollte nach Bulgarien abgeschoben werden +++

Der syrische Flüchtling, der für die Bombenexplosion in Ansbach verantwortlich sein soll, sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. Das sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. "Ich kann Ihnen zur Stunde nicht sagen, warum diese Abschiebung nicht vollzogen worden ist", fügt er hinzu. Abschiebungen lägen in der Zuständigkeit der Länder.

+++ 12.05 Uhr: Bundesregierung "erschüttert" über Gewalttaten vom Wochenende +++

Die Bundesregierung hat sich "erschüttert" über die Gewalttaten am Wochenende gezeigt. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagt in Berlin, die Regierung trauere mit den Angehörigen der getöteten Frau in Reutlingen. Die Gedanken seien auch bei den Verletzten der Attacken in Reutlingen und Ansbach. "In Reutlingen liegt kein Staatsschutzdelikt vor, zu Ansbach dauern die Ermittlungen an", sagt Demmer.

+++ 11.12 Uhr: Seehofer: "Bayern erlebt Tage des Schreckens"

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigt sich nach dem Bombenanschlag in Ansbach erschüttert und zugleich entschlossen. "Bayern erlebt Tage des Schreckens", sagt er nach Angaben eines Sprechers. Zum dritten Mal in einer Woche sei der Freistaat von einer schweren Gewalttat erschüttert worden. "Unser Mitgefühl gilt den Verletzten des heimtückischen und brutalen Bombenanschlags in Ansbach." Er wünscht den Verletzten schnelle und vollständige Genesung und ihren Angehörigen "viel Kraft in diesen schweren Stunden". Trotzdem gelte: "Der Rechtsstaat wird nicht weichen." Von Dienstag an will die Staatsregierung bei einer Kabinettsklausur am Tegernsee über das Thema Sicherheit beraten.

+++ 11.10 Uhr: Sozialamt Ansbach: Mutmaßlicher Täter war "unauffällig und nett" +++

Der mutmaßliche Täter von Ansbach war dem städtischen Sozialamt als "freundlich, unauffällig und nett" bekannt. Das sagt Reinhold Eschenbacher vom städtischen Sozialamt. "Der junge Mann war öfters als Asylbewerber hier und bei uns bekannt. Da ging es um soziale Leistungen", sagt er. In der fränkischen Stadt leben derzeit laut Oberbürgermeisterin Carda Seidel rund 600 Asylbewerber.

+++ 10.54 Uhr: Polizei richtet Hinweistelefon ein +++

Die Polizei hat ein Hinweistelefon eingerichtet. Unter der Rufnummer 0911 2112-3333 können entsprechende Zeugenhinweise an den Kriminaldauerdienst Mittelfranken gerichtet werden. Videoaufnahmen bzw. im Zusammenhang mit dem Ereignis gefertigte Bilder können der Polizei unter der E-Mail-Adresse rba.mittelfranken@web.de zur Verfügung gestellt werden.

+++ 10.40 Uhr: Landesjustizminister: Islamistischer Terror hat Deutschland erreicht +++

Bayerns Justizminister Winfried Bausback geht ebenfalls davon aus, dass der Bombenanschlag von Ansbach das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters ist. Nach der Axt-Attacke von Würzburg und nun "wohl auch Ansbach" teil er die Einschätzung seines Kollegen, Innenminister Joachim Hermann (beide CSU), "dass der islamistische Terror Deutschland erreicht hat", schreibt Bausback auf seiner Facebook-Seite. Darauf müsse sich "unser demokratischer und freiheitlicher Rechtsstaat einstellen".

Bausback plädiert für eine weitere Verstärkung der Sicherheitsbehörden. "Und im Internet und den sozialen Netzwerken müssen die Möglichkeiten von Fahndung und Gefahrenabwehr verbessert werden." Der vom Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof gesetzte Rahmen sei "angesichts der Bedrohungslage zu eng". Die beiden Gerichte sollten hier "ihre Wertungen überdenken", schreibt er. Und: "Auch im Bereich der Regeln des Aufenthaltsrechts und bei der strafrechtlichen Verfolgung besteht Ergänzungsbedarf."

+++ 10.15 Uhr: Bundesanwaltschaft wartet nach Anschlag auf "zuverlässige Tatsachen" +++

Nach dem Bombenanschlag von Ansbach hat die Bundesanwaltschaft noch nicht entschieden, ob sie die Ermittlungen an sich zieht. "Wir sind natürlich in den Informationsfluss eingebunden", sagt eine Sprecherin der Karlsruher Behörde am Montag auf Anfrage. "Jetzt gilt es aber erst einmal, sich eine zuverlässige Tatsachengrundlage zu verschaffen. Dann müssen wir sehen, ob das in unsere Zuständigkeit fällt oder nicht."

Der Generalbundesanwalt verfolgt Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik wie Terrorismus.  

+++ 9.50 Uhr: Durchsuchung im Flüchtlingsheim +++

Mitarbeiter der Spurensicherung durchsuchen das Flüchtlingsheim, in dem der mutmaßliche Attentäter gewohnt hat.

Polizei sichert in Ansbach das Flüchtlingsheim, in dem der 27-jähriger Attentäter gewohnt hat

Polizei sichert in Ansbach das Flüchtlingsheim, in dem ein 27-Jähriger gewohnt hat, der am Sonntag einen Sprengsatz zur Explosion gebracht hatte

+++ 9.10 Uhr: Belgiens Premier zu Ansbach: Gemeinsam gegen Hasstaten stellen +++

Belgiens Premierminister Charles Michel verurteilt den Anschlag in Ansbach als "Hasstat". "Es wird lange dauern, bis die Wunden geheilt sind", schrieb er am Montagmorgen bei Twitter. "Ich rufe aber alle auf, sich gemeinsam gegen diese Hasstaten zu stellen."

+++ 9.05 Uhr: Polizeigewerkschaft für bessere Kontrolle von Flüchtlingen +++

Nach dem Selbstmordanschlag im bayerischen Ansbach und dem Machetenangriff von Reutlingen fordert der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, eine bessere Kontrolle der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge. "Weder ist die Identität aller Menschen geklärt, die zu uns gekommen sind, noch ihr geistiger und körperlicher Zustand", sagt Wendt im HR-Info.

"Wir erleben ja in diesen Tagen, dass sich psychische Labilität, Terrorismus, Kriminalität miteinander vermischen", fügt er hinzu. Um so wichtiger sei es, "dass wir die Menschen nicht nur unterbringen und verpflegen, sondern feststellen, wer da in unser Land kommt". Wendt plädiert dafür, "sich diese Menschen ganz genau anzuschauen, ob von ihnen eine mögliche Gefahr ausgeht".

+++ 7.55 Uhr: Mutmaßlicher Täter von Ansbach war polizeibekannt +++

Der mutmaßliche Bombenattentäter von Ansbach ist nach Angaben der Polizei und des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) schon früher strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er sei wiederholt auffällig geworden, unter anderem wegen eines Drogendelikts, sagt Herrmann. 

+++ 6.10 Uhr: Grund für Ablehnung des Asylantrags unbekannt +++

Der Grund für Ablehnung des Asylantrags von dem 27-jährigen Syrer ist laut noch unbekannt. Dies soll im Laufe des Tages mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geklärt werden.

+++ 5.27 Uhr: Herrmann: "Islamistischer Selbstmordanschlag" ist sehr naheliegend +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält es für wahrscheinlich, dass der Bombenanschlag von das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters gewesen ist. "Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat", sagte Herrmann am frühen Montagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

Auf die Frage, ob der Täter im Zusammenhang mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehe, sagte der Minister: "Es ist dies auf jeden Fall nicht auszuschließen." Konkrete Hinweise auf den IS gebe es allerdings noch nicht.  

+++ 5.20 Uhr: Hergang der Tat +++

Auf einer nächtlichen Pressekonferenz in Ansbach schildern Herrmann und Polizeipräsident Roman Fertinger den Hergang der Tat: Der 27-jährige Syrer - der als abgelehnter, aber geduldeter Asylbewerber seit rund zwei Jahren in der mittelfränkischen Stadt gelebt habe - habe gegen 22.00 Uhr versucht, auf das Gelände des Open-Air-Festivals zu kommen. Der Zutritt sei ihm verwehrt worden, weil er keine Eintrittskarte besaß.

Daraufhin habe der Mann den in einem Rucksack versteckten Sprengsatz gezündet. Bei dem Festival waren nach Polizeiangaben rund 2500 Besucher. Es sei "glücklichen Umständen" zu verdanken, "dass nicht weitere Menschen zu Tode gekommen sind", sagt Herrmann. Staatsanwalt Michael Schrotberger sagt auf der Pressekonferenz, es werde wegen Mordversuchs in zwölf Fällen ermittelt.


+++ 4.58 Uhr: 12 Menschen verletzt +++

Nach dem im fränkischen Ansbach untersuchen die Ermittler, ob es die Tat eines islamistischen Terroristen gewesen ist. Der mutmaßliche Täter sei ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien gewesen, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einer Pressekonferenz in der Nacht zum Montag. Die Polizei will nicht ausschließen, dass sich der psychisch labile Mann radikalisiert hatte. Bei der Explosion gegen 22 Uhr vor dem Eingang zu einem Musikfestival mit 2500 Besuchern wurden bis 12 Menschen verletzt, drei davon schwer. Der Attentäter wurde getötet. 

+++ 3.48 Uhr: Mutmaßliche Täter ist ein Flüchtling aus Syrien +++

Der mutmaßliche Täter beim Anschlag von Ansbach ist ein 27-Jähriger Flüchtling aus Syrien, sagt Minister Herrmann. Dieser sei vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen und habe einen Asylantrag gestellt. Der Antrag wurde vor einem Jahr abgelehnt, der Flüchtling sei seitdem geduldet gewesen.+++ 1.52 Uhr: Tödliche Explosion in Ansbach "vorsätzlich herbeigeführt" +++

Die tödliche Explosion in der Innenstadt von Ansbach ist nach ersten Erkenntnissen der Ermittler "vorsätzlich herbeigeführt" worden. Dies sagt ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums in der Nacht zu Montag. Es gebe einen Toten und "zehn oder elf Verletzte". Ob es sich um eine Bombe und um einen Anschlag handele, werde noch geprüft.

+++ 1.16 Uhr: Sprengsatz in der Innenstadt von Ansbach explodiert +++

In der Innenstadt von Ansbach ist am späten Sonntagabend mindestens ein Sprengsatz detoniert. Wie die Bürgermeisterin Carda Seidel vor Journalisten erklärt, gab es eine Explosion vor dem Eingang zu einem Musikfestival. 

Amoklauf von München: Gewaltbilder im Internet verbreiten - ja oder nein?
ivi/jen/fin / DPA / AFP