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Festnahme in Bayern: Anschläge von Waldkraiburg: Tatverdächtiger hatte Rohrbomben dabei und sympathisierte mit dem IS

Diese Festnahme hat womöglich Schlimmeres verhindert: Ein 25-Jähriger, der im bayerischen Waldkraiburg Anschläge auf Geschäfte verübt haben soll, hatte Rohrbomben im Gepäck und soll mit der Terrormiliz Islamischer Staat sympathisiert haben.

Waldkraiburg

Ein Brandermittler der Polizei arbeitet nach dem Brand eines türkischen Geschäfts in Waldkraiburg in der Ruine

DPA

Der nach den Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber im bayerischen Waldkraiburg festgenommene 25-Jährige hat mit der IS-Terrormiliz sympathisiert. Der geständige Mann habe als Tatmotiv seinen Hass auf Türken und eine antitürkische Gesinnung angegeben, er sei Anhänger des IS, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Georg Freutsmiedl am Sonntag bei einer online aus Rosenheim übertragenen Pressekonferenz. Der Mann war am späten Freitagabend am Bahnhof in Mühldorf am Inn festgenommen worden. 

Bei dem 25-Jährigen seien mehrere Rohrbomben sowie etwa zehn Kilogramm einer als Sprengstoff geeigneten Chemikalie im Gepäck oder Verstecken aufgefunden worden, ebenso habe man bei Durchsuchungen eine scharfe Pistole entdeckt, hieß es. Weil weitere Taten bereits geplant gewesen seien, habe man durch die Festnahme "Schlimmeres" verhindern können, so Hans-Peter Butz, Leiter der zuständigen Sonderkommission "Prager". Ob der Mann Mittäter oder Mitwisser hatte, werde noch ermittelt. 

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Gepostet von Polizei Oberbayern Süd am Sonntag, 10. Mai 2020

Vier Anschläge auf Geschäfte in Waldkraiburg

Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, seit April in Waldkraiburg vier Anschläge auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber verübt zu haben. Steine flogen in die Fensterscheiben einer Imbissbude, eines Restaurants und eines Friseursalons. Der Laden eines türkischen Gemüsehändlers ging in Flammen auf. Bei dieser schlimmsten Attacke in der Nacht zum 27. April wurden sechs Menschen verletzt. 

Laut Informationen des "Spiegel" soll die Staatsanwaltschaft unter anderem die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als gegeben ansehen. Dem 25-Jährigen werde daher versuchter Mord in 27 Fällen vorgeworfen. Der Tatverdächtige ist den Angaben zufolge selbst deutscher Staatsbürger, seine Eltern stammen aus der Türkei. "Ich bin erleichtert, dass von dem gefährlichen Täter keine Gefahr mehr ausgeht", sagte der Polizeipräsident des Präsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp.

Rohrbomben und als Sprengstoff geeignete Chemikalie entdeckt

Der Mann war am Freitagabend am Bahnhof in Mühldorf am Inn von der Bundespolizei überprüft worden, weil er bei einer Kontrolle nicht im Besitz einer gültigen Fahrkarte war. In seinem Gepäck wurden den Angaben zufolge zehn funktionsfähige Rohrbomben gefunden. In einem Wagen in einer Tiefgarage in Garching fanden die Ermittler 13 weitere funktionsfähige Rohrbomben sowie etwa zehn Kilogramm einer als Sprengstoff geeigneten Chemikalie. In der Waldkraiburger Wohnung des Mannes stellten die Beamten demnach darüber hinaus weiteres Material sowie eine Pistole sicher.

Quellen: Pressekonferenz auf Facebook / "Spiegel"

mod mit DPA