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Anschlag auf Gästehaus in Kabul: Afghanische Polizei tötete vier UN-Mitarbeiter

Im Oktober 2009 überfielen Taliban das UN-Gästehaus in Kabul. Neun Menschen kamen ums Leben. Jetzt wird klar: Nicht nur eines, sondern vier Opfer starben durch Kugeln afghanischer Polizisten.

Von Giuseppe Di Grazia und Anuschka Tomat, New York

Bereits am 15. April hatte stern.de veröffentlicht, dass der amerikanische UN-Mitarbeiter Louis Maxwell beim Anschlag auf das UN-Gästehaus in Kabul am 28. Oktober vergangenen Jahres nicht von Taliban erschossen, sondern von afghanischen Polizisten regelrecht hingerichtet wurde.

Zwar hat die UN nun von sich aus eingestanden, dass ausweislich ihres geheim gehaltenen Untersuchungsberichts vier der fünf Morde von der Polizei begangen wurden. Aber damit gesteht sie im wesentlich nur ein, was ohnehin demnächst von Journalisten veröffentlicht worden wäre. Der Druck auf die UN ist derzeit enorm, da sich Washington seit Wochen um ein besseres Verhältnis zur Regierung Karsai bemüht und überdies eine hohe Anzahl von UN-Mitarbeitern zum Aufbau einer Verwaltung in Kandahar eingesetzt werden sollen nach der für Sommer geplanten US-Offensive dort.

Autopsie deutet nicht auf Mord durch Terroristen hin

Der Anschlag, für den das extrem radikale Haqqani-Netzwerk innerhalb der Taliban verantwortlich gemacht worden war, hatte kurz vor dem geplanten zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahl zum weitgehenden Abzug des UN-Personals aus Afghanistan geführt. Nutznießer des Anschlags seinerzeit war Präsident Hamid Karsai gewesen, dem die UN für den zweiten Wahlgang strengere Regularien gegen Wahlfälschungen auferlegen wollten - wovon nach dem Anschlag keine Rede mehr war.

So scheint es Unstimmigkeiten innerhalb der UN zu geben über die Bewertung der Autopsie-Ergebnisse, die zu der Schlussfolgerung der Polizei-Morde geführt haben. Denn was UN-Sprecherin Malcorra darüber aussagte, widerspricht jenen Indizien, die den Verdacht erst begründeten. Laut Malcorra hätten die Mitarbeiter "versucht zu entkommen" und "in dieser Situation in der Falle gesteckt".

Dies würde nahe legen, dass auch die Einschüsse von hinten und aus verschiedenen Richtungen kamen. Das genau war aber nicht der Fall: Ausweislich des Autopsie-Berichtes kamen die Einschüsse bei drei der Opfer alle von vorn, es waren jeweils mehrere, und die Schusskanäle zeigen einen geraden Verlauf. Was bedeutet, dass die Opfer ihren Mördern aufrecht gegenüberstanden - nicht die Haltung, die man gegenüber Terroristen einnimmt, vor denen man verzweifelt versucht zu fliehen. Eher die Haltung, in der man auf Polizisten zugeht, von denen man sich gerettet glaubt.

Rolle der "Crisis Response Unit" immer undurchsichtiger

"Wegen der Schusskanäle gab es diesen Verdacht von Anfang an", so ein leitender UN-Mitarbeiter gegenüber stern.de, "aber es gab keine weiteren Indizien - bis das Video von Maxwells Ermordung auftauchte". Susana Malcorra hingegen kritisierte die Wortwahl eines anderen hochrangigen UN-Offiziellen, der im Fall von Maxwell von "Mord" gesprochen hatte: "Maxwell starb, ohne genau zu wissen, was geschah, (...) unter sehr komplizierten Umständen". Doch auf dem Video seiner Ermordung, das stern.de vorliegt, sind anfangs keine Schüsse zu hören, Maxwell richtet sich auf und wird mit einem einzigen gezielten Schuss getötet. Er geht schreiend zu Boden, die umstehenden Polizisten schauen nicht einmal herüber.

Immer undurchsichtiger wird im Zusammenhang des Anschlags die Rolle der "Crisis Response Unit", einer Spezialeinheit des afghanischen Innenministeriums, die sehr früh am Ort des Geschehens eintraf. Zu ihr gehörten höchstwahrscheinlich mehrere der Polizisten, die der gezielten Erschießung Louis Maxwells vollkommen ungerührt aus wenigen Metern Entfernung beiwohnten, während normale Polizisten die Evakuierung und Rettung der anderen UN-Mitarbeiter organisierten.

Dementis der afghanischen Regierung weisen in Richtung Vertuschung

Es gibt keine Beweise für eine direkte Verwicklung der afghanischen Regierung in die Ermordung der UN-Mitarbeiter. Aber die Dementis des afghanischen Innenministeriums weisen eher in Richtung einer Vertuschung als in Richtung Auflärung: So behauptete ein Sprecher des Innenministeriums, Zemari Bashary, die drei Attentäter seien in Polizeiuniformen ins Gästehaus eingedrungen und später im Kampf umgekommen. Beide Angaben sind falsch, wie Fotos der Leichen belegen: Die Attentäter trugen klar erkennbar zivil und Sprengstoffgürtel, mit denen sie sich am Ende ihres Angriffs selbst umbrachten.

Auch die Behauptungen von Innenminister Hanif Atmar gegenüber der Kabuler UN-Führung, die Polizisten hätten noch versucht, Maxwell zu schützen, der dann im Kugelhagel umgekommen sei, werden durch die Aufnahmen in keiner Weise gedeckt. Ebensowenig wie die frühere Einlassung des Innenministeriums, man habe Maxwell für einen arabischen Terroristen gehalten.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.