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Anschlag auf Jüdisches Museum in Brüssel: Viertes Opfer erliegt seinen Verletzungen

Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel ist ein viertes Opfer gestorben. Andere europäische Städte verstärken nun den Schutz jüdischer Einrichtungen.

Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel ist ein junger Angestellter seinen Verletzungen erlegen. Dies teilte am Freitag die belgische Staatsanwaltschaft mit. Mit dem Tod des 25-jährigen Belgiers stieg die Zahl der Opfer auf vier. Der junge Mann hatte sich im Eingangsbereich des Museums befunden, als der Attentäter dort das Feuer eröffnete.

Belgiens Außenminister Didier Reynders sprach der Familie des Opfers auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sein Beileid aus. Auch Innenministerin Joëlle Milquet sprach zu den Hinterbliebenen. Der 25-Jährige hatte seit vergangenem Jahr in der Kommunikationsabteilung des Museums gearbeitet. Er wurde am 24. Mai von den Schüssen des Attentäters in den Kopf getroffen und lag seitdem im Koma. Neben dem Belgier erschoss der mit einer Pistole und einem Schnellfeuergewehr bewaffnete Attentäter ein israelisches Ehepaar und eine 66-jährige Französin getötet, die ebenfalls für das Museum arbeitete.

G7 besorgt über Syrien-Rückkehrer

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den 29-jährigen Franzosen Mehdi Nemmouche, die Bluttat begangen zu haben. Der mutmaßliche Täter, der sich im Gefängnis zum Islam konvertiert sein soll, soll mehr als ein Jahr im syrischen Bürgerkrieg für eine radikalislamische Rebellengruppe gekämpft haben. Er wurde sechs Tage nach dem Anschlag bei einer Routinekontrolle an einem Busbahnhof in Marseille mit einer Kalaschnikow und einer Pistole festgenommen.

Nemmouche befindet sich derzeit in Frankreich in Haft und wehrt sich gegen eine Auslieferung an Belgien, das ihm wegen des Anschlags den Prozess machen will. Die Tat sorgte international für Entsetzen und löste eine Debatte über die Gefahren durch Rückkehrer aus Syrien aus. Bei einem Gipfeltreffen vereinbarten die Innenminister der G-7-Staaten diese Woche, beim Kampf gegen Syrien-Rückkehrer verstärkt zusammenzuarbeiten.

Der Bürgermeister von Amsterdam, Eberhard van der Laan, kündigte am Freitag an, die Sicherheitsvorkehrungen für die zehn Synagogen und die jüdischen Schulen der Stadt zu verstärken. Die genauen Maßnahmen würden mit der jüdischen Gemeinde, der Polizei und der Anti-Terror-Behörde NCTV abgestimmt, schrieb van der Laan in einem Brief an den Stadtrat. Demnach hatte die NCTV empfohlen, infolge des Anschlags in Brüssel die Vorkehrungen zu verstärken.

ono/AFP/DPA / DPA