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Anschlag auf UN-Sitz in Nigeria: Selbstmordattentäter mit Autobombe

Bei einem Selbstmordanschlag auf den UN-Sitz in Nigerias Hauptstadt Abuja sind am Freitag mindestens 18 Menschen getötet worden. Teile der unteren beiden Etagen wurden durch die Wucht der Explosion zerstört, zahlreiche Mitarbeiter blieben in den oberen Etagen eingeschlossen.

Bei einem Selbstmordanschlag auf das Gebäude der Vereinten Nationen in Nigeria sind nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes mindestens 16 Menschen getötet worden. Zudem wurden nach dpa-Informationen 60 weitere Menschen bei der Bombenexplosion in der Hauptstadt Abuja verletzt. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Die Terror-Organisation Boko Haram bekannte sich in einem Anruf beim örtlichen Büro des britischen Senders BBC zu der Tat. In der Vergangenheit hatten die Islamisten wiederholt tödliche Anschläge im bevölkerungsreichsten Land Afrikas verübt.

Gegen 11.00 Uhr war nach Polizeiangaben ein Mann mit einem Auto durch die Toreinfahrt des UN-Geländes gerast. Er löste dann Explosion aus. Das Erdgeschoss und der erste Stock des Gebäudes, in dem nach UN-Angaben 26 UN-Organisationen ihre Büros haben, wurden völlig verwüstet. Zum Tatzeitpunkt hielten sich mehrere hundert Menschen in dem Gebäudekomplex auf, unter ihnen zahlreiche Ausländer und Diplomaten. Die Polizei bestätigte am Nachmittag den Tod einer Norwegerin. Nach ersten Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes gab es keine deutschen Opfer.

UN-Generalsekretär General Ban Ki Moon verurteilte den "entsetzlichen Anschlag... auf jene, die ihr Leben der Hilfe für andere gewidmet haben". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte in einem Schreiben an Ban Ki Moon betroffen auf die Bluttat. Die Bundesregierung verurteile den Anschlag mit aller Entschiedenheit. "Wir teilen die tiefe Trauer der Familien und Freunde der Opfer und hoffen auf baldige Genesung der Verletzten", heißt es in einem Kondolenzschreiben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

US-Präsident Barack Obama sprach von einem "schrecklichen und feigen" Selbstmordanschlag. Er demonstriere "den Bankrott jener Ideologie, die zu dieser heimtückischen Tat geführt hat". Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy betonte, der Anschlag sei eine Attacke auf die internationale Gemeinschaft. "Frankreich wird den Kampf gegen den Terrorismus unablässig und entschlossener denn je fortführen." Nigerias Außenministerin Viola Onwuliri sagte dem britischen Sender BBC: "Das ist kein Angriff auf Nigeria, sondern ... ein Angriff auf die Welt".

In der Vergangenheit hatte die radikalislamistische Gruppe Boko Haram mehrere Terroranschläge in Nigeria verübt. Erst zum Jahresbeginn 2011 waren bei einer Serie von Anschlägen in Abuja etwa 30 Menschen ermordet worden. Mitglieder der Boko Haram verübten zudem in mehreren Städten Anschläge auf Polizeistationen.

In den vergangenen Jahren hatten vor allem Gewaltausbrüche zwischen Muslimen und Christen Hunderte Tote gefordert. Christen und Muslime stellen jeweils die Hälfte der Bevölkerung.

DPA/AFP / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?