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Anschlag in Moskauer Flughafen: Ermittler leiten Terror-Untersuchung ein

Ein blutiger Anschlag mit vielen Toten und Verletzten erschüttert Moskau - nur zehn Monate nach einem verheerenden Attentat in der Metro der russischen Hauptstadt.

Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag im internationalen Flughafen Moskau-Domodedowo sind am Montag mehr als 30 Menschen getötet und 130 weitere verletzt worden. Die Explosion habe sich am Nachmittag im internationalen Ankunftsbereich des Airports ereignet, teilten russische Ermittler mit. Demnach wurde eine Untersuchung wegen eines "Terrorakts" eingeleitet, gefahndet wird laut Interfax nach drei Menschen.

Wie russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldeten, starben mindestens 31 Menschen. Die Detonation habe sich an der Gepäckausgabe im Ankunftsbereich ereignet und es habe Tote und Verletzte gegeben, sagte ein Sprecher der russischen Verkehrsbehörde der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte, dass es sich vermutlich um die Tat eines Selbstmordattentäters gehandelt habe.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew ordnete nach der Tat die Einsetzung eines "speziellen Sicherheitssystems" in sämtlichen Bahnhöfen und Flughäfen des Landes an. Wie die Agentur RIA Nowosti unter Berufung auf die Polizei berichtete, hatte der Sprengsatz eine Kraft von rund fünf Kilogramm TNT. Laut Interfax wird nach drei Menschen gefahndet, die in den Anschlag verwickelt sein könnten.

Augenzeugen berichteten im russischen Radio von einem regelrechten Blutbad. "Hier laufen Menschen mit Verbrennungen herum und Leichenteile liegen auf Bahren", sagte Andrej, der sich zum Zeitpunkt des Anschlags am Informationsstand befand. "Hier geschieht etwas Furchtbares", sagte er dem Sender City FM. Ein anderer Augenzeuge, Alexej, sagte: "Wir sind in diesem Land einfach nicht sicher."

Der Sprecher von Ministerpräsident Wladimir Putin sagte Interfax, der Regierungschef sei über das Attentat informiert worden. Die Polizei in Moskau wurde in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, die Sicherheitsvorkehrungen in der U-Bahn und an den anderen Flughäfen wurden verstärkt, wie mehrere Agenturen berichteten. "Alle Patrouillen halten nach verdächtigen Personen und Gegenständen an öffentlichen Orten Ausschau", sagte ein Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden. Besondere Aufmerksamkeit gelte den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mitarbeiter des Innenministeriums und des Geheimdienstes FSB wurden an die drei Moskauer Flughäfen geschickt, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete. Domodedowo im Süden Moskaus ist der größte Flughafen der russischen Hauptstadt; die beiden anderen Moskauer Flughäfen sind Wnukowo und Tscheremetjewo, hinzu kommen zwei regionale Airports.

AFP/DPA / DPA