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Appelle zwecklos: Brite wird in China hingerichtet

Die Appelle von Großbritanniens Premierminister Gordon Brown und von der Europäischen Union haben nichts genutzt: China hält an der Hinrichtung des dreifachen britischen Familienvaters Akmal Shaikh wegen Drogenschmuggels fest. Die Verteidigung bewertet den Fall ganz anders.

China hat die geplante Hinrichtung eines Briten wegen Drogenschmuggels vehement verteidigt. Die chinesischen Justizbehörden hätten den Fall des 53-jährigen Akmal Shaikh unabhängig und "in Übereinstimmung mit dem Gesetz" behandelt, erklärte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu, am Dienstag in Peking. Die Rechte und Interessen des Angeklagten seien im gesamten Prozess vollständig berücksichtigt und garantiert worden. Shaikh war nach Angaben seiner Anwälte am Montag vor dem Obersten Gerichtshof Chinas mit einem letzten Berufungsantrag gegen das Todesurteil gescheitert.

Als Hinrichtungstermin legten die chinesischen Behörden den 29. Dezember fest. Sollte das Todesurteil gegen Shaikh tatsächlich vollstreckt werden, wäre er nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Reprieve der erste EU-Bürger seit 50 Jahren, der in China hingerichtet wird.

Angeklagter soll psychisch krank sein

Shaikh war im September 2007 in Urumqi, der Hauptstadt der muslimisch geprägten Provinz Xinjiang im Westen des Landes, mit vier Kilogramm Heroin festgenommen worden. Nach Angaben der britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve ist der dreifache Vater psychisch krank. Ihrer Darstellung zufolge wurde er von einer Bande von Kriminellen als Drogenschmuggler missbraucht.

Das britische Außenministerium hatte sich in einer Erklärung "alarmiert und tief besorgt" über die Nachricht von der geplanten Hinrichtung gezeigt. Es bedauerte insbesondere, dass der Gesundheitszustand des Angeklagten - trotz mehrfacher Appelle von Premierminister Gordon Brown und seiner Regierung sowie der Europäischen Union - im Prozess keine Rolle gespielt habe. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers will London in den kommenden Tagen weiter bei den chinesischen Behörden für einen Gnadenakt einsetzen, um die Hinrichtung doch noch zu verhindern.

AFP/AP / AP