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Arabische Clans: Familiensache: Wie Zeugen im Fall von Arafat Abou-Chaker ihre Aussage zurückzogen

Seit Monaten versuchen die Behörden, härter gegen Clan-Kriminalität vorzugehen. Die vorläufige Verhaftung Arafat Abou-Chakers schien ein Erfolg zu sein. Bis die Familie wieder zusammenhielt.

Arafat Abou-Chaker und Bushido 2010 bei einer Filmpremiere in Berlin

Da präsentierten sie sich noch in friedlicher Eintracht und zeigten der Welt fröhlich ihre Mittelfinger: Arafat Abou-Chaker und Bushido 2010 bei einer Filmpremiere in Berlin

Picture Alliance

Am Tag nachdem Deutschlands bekanntester Clan-Chef die Justizvollzugsanstalt in Berlin-Moabit verlassen hat, sitzt 520 Kilometer entfernt im dänischen Arhus ein Mann namens Simon El-Zeinab in seinem Büro und blickt nachdenklich aus dem Fenster.

El-Zeinab ist knapp zwei Meter groß, und wer seine Oberarme sieht, kann sich gut vorstellen, warum er früher einer der Bodyguards des Palästinenserführers Yassir Arafat war. El-Zeinab ist seit 22 Jahren Sozialarbeiter im vor allem von Muslimen bewohnten Arhuser Problemstadtteil Gellerup. Es scheint gut für ihn zu laufen. Im Hof parkt ein Porsche Cayenne.

El-Zeinab kennt so ziemlich jeden in den rund 30 grauen Wohnblocks, die sich hier wie vergessene Legosteine aneinanderreihen. Ihn rufen sie, wenn Konflikte zwischen Familien eskalieren. Er vermittelt, wenn aus Straßenkämpfen Schießereien werden. Er selbst nennt sich "Mediator" .

"Natürlich", sagt El-Zeinab, habe er von den Ereignissen in Deutschland gehört. Vom Gefängnisaufenthalt des Clan-Chefs, von diesem Schlag gegen den Kopf der Berliner Familie Abou-Chaker, der nicht nur für sie selbst völlig unerwartet gekommen sein muss. Und der seine Ursache offenbar nicht in den zuletzt besonders hartnäckigen Ermittlungen der Polizei hatte oder in raffinierten Intrigen konkurrierender Clans - sondern in der Aussage einer jungen Frau, die sich nun in Dänemark bei ihrer Familie versteckt hält, nicht weit entfernt vom Büro des muskulösen Mediators.

Kann es sein, dass einer einzigen mutigen Frau gelingt, woran Polizei und Justiz bislang immer wieder gescheitert sind? Sind die Tage der mächtigen Sippe gezählt? Wer sind überhaupt diese Abou-Chakers, die seit vielen Jahren die Gerichte beschäftigen und zugleich Glamourschlagzeilen produzieren? Und wer ist der Mann, dem sie folgen, Arafat Abou-Chaker?

DER CLAN

Die vor Jahrzehnten aus dem Libanon eingewanderten Abou-Chakers sind bei Weitem nicht der größte Clan in der deutschen Hauptstadt, aber der bekannteste. Sie haben sich einen Ruf erworben. Mit diversen Gerichtsverfahren wegen mutmaßlicher Erpressung oder Körperverletzung, wegen Drogenhandel und Zuhälterei. Mit einem spektakulären Raubüberfall auf ein Pokerturnier im Grand Hyatt Hotel im Jahr 2010, für den Momo Abou-Chaker, ein Bruder des Clan-Chefs, zu sieben Jahren und drei Monaten verurteilt wurde. Vor allem aber sind die Abou-Chakers prominent geworden durch ihre Nähe zum Rapper Bushido, der jahrelang Seite an Seite mit Arafat Abou-Chaker auftrat, der ihn reich machte und bis auf den roten Teppich brachte.

Mehr als 30 Verfahren haben Ermittler im Laufe der Jahre gegen das heute 42-jährige Familienoberhaupt angestrengt. Doch bis zum Januar war er nicht vorbestraft - auch, weil Zeugen plötzlich ihre Aussagen zurückzogen. Er präsentierte sich als Geschäftsmann mit weißer Weste, wenn er auch einige dieser Geschäfte mit ziemlich windigen Leuten machte. Da war zum Beispiel der Immobiliendealer Pierre S., da waren verurteilte Gewaltverbrecher wie Martin G., und oft half ein dubioser Notar, der 2015 seine Lizenz verlor und demnächst in einem Betrugsverfahren als Beschuldigter auftreten muss. Dass immer wieder Mitglieder seiner Familie wegen diverser Delikte vor Gericht standen, schien Arafat Abou-Chaker wenig zu beunruhigen. Seine Lesart war immer dieselbe: Nicht er oder seine Verwandten seien schuldig, im Gegenteil: Ihnen selbst werde Unrecht angetan.

Um dem entgegenzuwirken, nutzte er auch ungewöhnliche Wege: Einmal - es ging um eine Straftat, die die Abou-Chakers angeblich begangen haben sollten - rief er einen Polizeibeamten für ein "Kontaktgespräch" auf dessen Diensthandy an. Er verabredete sich, so geht es aus Unterlagen hervor, "an einer neutralen Örtlichkeit" und beschwerte sich, dass nur wieder ein "schlechtes Licht" auf die Familie geworfen werden solle. Mit seinem Bruder Nasser erschien er später zum "Deeskalationsgespräch" beim Landeskriminalamt. In Gegenwart von zehn Beamten versicherten die Brüder, dass sie keine solche Straftat begangen hätten und dies auch in Zukunft nicht tun würden. Sie wollten sich nun aber erkundigen, wer solche "Gerüchte" über sie in die Welt gesetzt habe. Das Verfahren gegen Arafat Abou-Chaker wurde später eingestellt.

DIE VERHAFTUNGEN

Es erregte einiges Aufsehen, dass Arafat Abou-Chaker am 15. Januar 2019 dann doch verurteilt wurde, zum allerersten Mal. Er bekam acht Monate Gefängnis auf Bewährung. Der Grund: Er hatte einem Hausmeister die Nase gebrochen, der Hausmeister hatte gegen ihn ausgesagt - und war dabei geblieben.

Als wäre das nicht schon Sensation genug, nutzte die Staatsanwaltschaft den Termin der Urteilsverkündung für einen ganz besonderen Auftritt: Oberstaatsanwältin Petra Leister, seit Anfang 2013 Leiterin der Abteilung 255 für Organisierte Kriminalität, präsentierte im Anschluss an die Verhandlung einen vorläufigen Haftbefehl gegen Arafat Abou-Chaker. Durch einen unterirdischen Tunnel wurde der Clan-Chef direkt aus dem Gerichtssaal ins Gefängnis Moabit gebracht. Szenen wie aus einer Folge von "4-Blocks".

Wenig später wurde auch Arafats Bruder Yasser in Dänemark vorläufig verhaftet, nicht weit entfernt vom Büro des Mediators El-Zeinab.

Um zu verstehen, was die Festsetzung der beiden Brüder bedeutet, muss man wissen, dass die Behörden seit etwa einem Jahr mit besonderer Härte gegen Clans vorzugehen versuchen, die sie der organisierten Kriminalität zurechnen - besonders in Berlin und in Nordrhein-Westfalen. Aus Justizkreisen heißt es, die Bekämpfung von "OK-Clan-Strukturen habe oberste Priorität". Auf einer Konferenz in Essen trafen sich gerade 500 Experten, um darüber zu diskutieren, was man den etwa 100 Clans in NRW entgegenzusetzen habe. Man setze, heißt es, auf eine "Null-Toleranz-Politik".

Die Folge: Blaulicht vor Shishabars und Wohngebäuden. Und verschlossene Geldhähne. So beschlagnahmten Polizisten vergangenen Juli im Rahmen von Geldwäsche-Ermittlungen in mehreren Berliner Stadtteilen 77 Immobilien im Wert von rund zehn Millionen Euro. Die Immobilien werden dem Rammo-Clan zugerechnet, einer Familie, die noch erheblich größer ist als der Clan der Abou-Chakers. Drei ihrer Angehörigen stehen gerade vor Gericht, sie sollen eine 100 Kilo schwere Goldmünze im Wert von 3,7 Millionen Euro aus dem Bode-Museum gestohlen haben.

Trennung von Arafat Abou-Chaker: Bushido und seine Frau Anna-Maria packen aus: "Wir lassen uns nicht mehr einschüchtern"

SCHLECHTE ZEITEN

Die staatliche Offensive startete zu einer Zeit, zu der die Abou-Chakers schon genug Ärger hatten: Ein paar Monate zuvor hatte Bushido die Trennung von seinem langjährigen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker bekannt gegeben. Bushido, der ihm, wie der stern 2013 enthüllte, eine Generalvollmacht ausgestellt hatte und über Jahre 50 Prozent seiner Millioneneinnahmen an ihn abgeführt haben soll, wandte sich nun ab von Arafat und seinem Clan. Den Ausschlag, so sagte er vergangenen September im stern, habe seine Frau Anna-Maria gegeben. Und sie selbst sagte: "Wir lassen uns nicht mehr von Arafat einschüchtern. Er hat uns lange genug abkassiert und beinahe unsere Ehe zerstört."

Wenn sich in diesen Kreisen ein Geldbringer wie Bushido neue Freunde sucht, dann haben nicht nur die alten Freunde ein Problem. Bushido soll Arafat eine Ablösesumme in Millionenhöhe angeboten haben - die dieser empört abgelehnt habe. Der Rapper berichtet von Morddrohungen gegen sich und seine Familie. Es folgten Gefährderansprachen seitens der Polizei, es fielen Schüsse auf ein von Arafat Abou-Chaker betriebenes Café, und Bushidos Ehefrau schrieb in den sozialen Netzwerken, Arafat habe vor, ihren Kindern etwas anzutun.

Als der stern Bushido auf seine Verbindung zu Ashraf Rammo ansprach, rechtfertigte er sich so: "Wir führen den Krieg gegen Arafat juristisch. Aber auf der Straße laufen ganz andere Sachen, über die niemand mit der Polizei redet."

HIP-HOP

Dass ein Rapper einen Clan hinter sich hat, der zur Not sehr breitschultrig seine Interessen vertritt - das ist ein Modell, das in Deutschland erst durch Bushido und seinen Pakt mit den Abou-Chakers bekannt wurde. Vorher gab es vergleichbare Geschichten nur aus den USA.

Ein Branchen-Insider sagte dem stern, jeder in der Szene sei froh gewesen, als Arafat und Bushido letztes Jahr auseinandergegangen seien. Man wünsche sich seit Jahren, dass das "Terror- und Bedrohungsregime" der Abou-Chakers im Hip-Hop-Business ein Ende habe. Für die Musik, für Hip-Hop als Kunstform hätten sie sich nie ernsthaft interessiert.

Es gab Bushido-Konzerte, da standen Mitglieder des Clans im Hintergrund auf der Bühne und spielten gelangweilt auf ihren Handys, während Bushido vorn rappte. Ganz offensichtlich ging es ihnen um Geld und Macht und den Zutritt in eine Welt, die ihnen zuvor verschlossen war. In Interviews und bei öffentlichen Auftritten wie der Echo-Verleihung 2008 traten die Abou-Chakers mit Bushido zusammen auf, im Backstagebereich pöbelten sie Prominente an und verteilten auch schon mal Schellen.

Rapper schließt sich kriminellem Clan an - das ist ein Stoff, der nach einem Drehbuch von Bernd Eichinger verfilmt wurde. Aber die Realität war und ist nicht ansatzweise unterhaltsam. Vor allem für all die Menschen, die Angst vor den Abou-Chakers haben. Und von denen gibt es viele. Denn das Netz der Familie reicht weit.

DIE FAMILIE

Die Geschichte der heute in Berlin ansässigen Abou-Chakers beginnt in den 60er Jahren im Camp Wavel, einem Flüchtlingslager im Libanon. Dort heiraten die Palästinenser Said Abou-Chaker und Nazmie Ismail. Mitte der 70er Jahre fliehen sie vor dem Bürgerkrieg nach Berlin. Sie bringen vier Kinder mit, fünf weitere werden in Deutschland geboren. Vier ihrer Söhne benennen sie nach Feinden der Juden. Sie heißen Nasser (wie der ehemalige Staatspräsident Ägyptens), Arafat (wie der Palästinenserführer), Yasser (nach dem Vornamen des Palästinenserführers) und Rommel (wie der deutsche Panzergeneral). Die anderen beiden heißen Mohamed und Ali. Said und Nazmie, dem ersten Auswandererpaar, folgen weitere Cousins und Cousinen nach Berlin. Ein Großteil wohnt Tür an Tür in der Kopfstraße in Neukölln.

Auch in Dänemark lassen sich Mitglieder der Familie nieder, zum Beispiel eine von Arafats Schwestern. Vor allem aber leben dort viele Ismails. In Gellerup gelten sie als noch mächtiger als die Abou-Chakers. Ihr Clan besteht aus knapp 60 Personen, an ihrer Spitze steht ein Mann, der sich "Vater Ismail" nennt. Auf seiner Facebook-Seite zeigt er sich in arabischen Gewändern mit Kampfhunden und Geländewagen, zwei seiner vier Söhne sitzen derzeit im Gefängnis. Die offiziellen Einkünfte der Familie sollen aus dem Gold- und Metallhandel stammen, aber auch aus der Zucht von Kampfhunden und Pferden.

Die Ismails und die Abou-Chakers sind nicht nur durch die lange zurückliegende Heirat von Nazmie und Said miteinander verbunden, es gibt viele weitere Ehen zwischen den Familien. In Dänemark half das, den gemeinsamen Einfluss auszubauen. Wie gefährlich die Ismails und die Abou-Chakers im Arhuser Stadtviertel Gellerup zusammen sind, zeigte sich im Sommer 2017. Damals versuchten Gangs aus Kopenhagen, die Geschäfte in Gellerup zu übernehmen. Über Monate hinweg kam es zu Schießereien, die auch Menschenleben forderten. Unter den Festgenommen sollen nicht nur drei Söhne des Clan-Chefs "Vater Ismail", sondern ebenfalls Abou-Chakers gewesen sein. Regelmäßig, heißt es, fahre "Vater Ismail" nach Berlin. Und auch sein älterer Bruder, der mit der illegalen Seite des Geschäfts nichts zu tun haben soll, ist indirekt mit Berlin verbunden: Er soll der Vater jener Frau sein, die Arafat Abou-Chakers Bruder Yasser geheiratet hat. Die gegen den Clan ausgesagt hat. Und sich nun, zurück in Dänemark, versteckt hält.

AMALS AUSSAGE

Die junge Frau, wir wollen sie Amal nennen, ist Arafats und Yassers Cousine. Wie der stern erfuhr, erfolgte die Hochzeit angeblich gegen den Willen ihrer Eltern. Das Paar bekam zwei Kinder, aber immer wieder soll es Streit gegeben haben. Yasser soll oft gegenüber seiner Frau ausgerastet sein. Als sie ein drittes Mal schwanger von ihm wurde, wollte sie das Kind abtreiben. Daraufhin drohte man ihr angeblich mit dem Satz: "Einen Abou-Chaker treibt man nicht ab!" Sie floh nach Hause, nach Dänemark. Und nahm die Kinder mit.

Im November 2018 ist Amal wieder in Berlin - und belastet ihren Mann und Arafat Abou-Chaker. Woher sie den Mut nimmt, weiß man nicht. Amal selbst möchte nichts dazu sagen. Aber zwei ihrer Brüder bezeugen ihre Vorwürfe gegenüber der Polizei. Sie soll den Abou-Chakers Kindesentführung vorgeworfen haben: Nachdem sie mit ihren Kindern nach Dänemark geflüchtet war, soll Yasser die zwei zurück nach Berlin geholt haben. Außerdem gibt sie zu Protokoll, dass ein Säureanschlag auf die Ehefrau des Rappers Bushido geplant gewesen sei.

Video-Statement: "Die Polizei ist jetzt dein Team" – Rapper Capital Bra wirft Bushido Verrat vor

Es sind die Vorwürfe, die dazu führten, dass Arafat Abou-Chaker, der noch niemals gesessen hatte, von Staatsanwältin Leister in Moabit festgesetzt wurde und zum ersten Mal in eine Zelle kam. Dass viele sich fragten, wie es weitergehen soll mit diesem Clan, dessen Chef nun ausgerechnet von einem eigenen Familienmitglied unter Druck gesetzt wurde. Und dann auch noch von einem weiblichen.

Und es blieb nicht bei der Verhaftung. Kurz nach Amals Aussage stürmten schwer bewaffnete Polizeibeamte die Villa von Arafat Abou-Chaker in Kleinmachnow am Rande von Berlin. Einst hatte Bushido geplant, in einer der Villen auf dem Grundstück zu wohnen, aber diese Zeiten sind vorbei. Laut Staatsanwaltschaft lautete der Vorwurf auf illegalen Waffenbesitz. Aber bei der Razzia wurden keine Waffen gefunden. Dafür machten die Beamten eine seltsame Entdeckung. In der Tiefgarage stießen sie auf einen zugemauerten Tunnel. Dahinter befindet sich nach stern-Informationen ein riesiger unterirdischer Pool- und Wellnessbereich. Arafat Abou-Chaker legte ihn offenbar ohne Wissen und Genehmigung des Bauamts an.

DIE FREILASSUNG

Für alle, die gehofft hatten, Arafat Abou-Chaker längere Zeit nicht in Berlin zu sehen, war der 31. Januar ein schlechter Tag. Der Clan-Chef wurde zur Haftprüfung gebracht - und danach in die Freiheit entlassen. Amals Brüder hatten sich plötzlich auf Paragraf 52 berufen, das Zeugnisverweigerungsrecht von Angehörigen. "Wir wissen nicht, was wirklich hinter den Kulissen lief zwischen den beteiligten Familien in Berlin und Arhus", sagt ein Insider aus dem Berliner Justizapparat. "Jedenfalls sind die ursprünglichen Aussagen der Zeugin und ihrer Brüder in ihrer rechtlichen Wirkung nun praktisch wertlos."

Auch der dänische Mediator El-Zeinab glaubt, dass die Sache keine hohen Wellen mehr schlagen wird. Dass Kinder entführt würden, um Frauen zurück zu ihren Ehemännern zu holen, sagt er, das passiere auch in Dänemark ständig. Das sei normal. Am Ende würde man hinter den Kulissen einen Weg finden. "Die Abou-Chakers und die Ismails sind eng verbunden in Gellerup. Die finden eine Lösung. Ohne Polizei und Gerichte." Bereits am Tag nach der Entlassung von Arafat Abou-Chaker machte sich "Vater Ismail" nachstern-Informationen auf den Weg nach Berlin.

Am Ende dieser Geschichte, das eigentlich kein Ende ist, sondern eine Wiederholung immer gleicher Abläufe, bleibt so die Frage, was ein Rechtsstaat ausrichten kann gegen international aufgestellte Clans wie die Abou-Chakers, wenn diese, wie El-Zeinab sagt, Angelegenheiten unter sich klären.

Bushido und seine Familie jedenfalls stehen weiterhin unter Polizeischutz, höchste Sicherheitsstufe. Wegen des laufenden Verfahrens dürfen sie sich nicht äußern. Es heißt jedoch, dass sie darüber nachdenken, Deutschland zu verlassen, weil sie nicht mehr daran glauben, irgendwann wieder ein normales Leben in Berlin führen zu können.

Arafat Abou-Chaker ist nach seiner Entlassung in seine Villa in Kleinmachnow zurückgekehrt. Er bewohnt das größte und schönste Haus in der Gegend. Menschen, die es schon einmal von innen gesehen haben, sagen, es sei mit einem ausgeklügelten Videosystem ausgestattet. Offenbar liebt der Clan-Chef es, alles unter Kontrolle zu haben.

Über dem Sandsteinbogen zu seinem Villeneingang prangt neuerdings der arabische Schriftzug "Ma Scha Allah". Exakt übersetzt heißt das: "Wie es Gott gefällt." Sinngemäß bedeutet es: "großartig".

tis

Von:

Andreas Mönnich und Jonas Breng