HOME

Sachsen: Toter aus dem Wald ist gefesselter Iraker von Arnsdorf

Der Tod eines Flüchtlings im Wald beim sächsischen Dorfhain soll laut Polizei nichts mit dem Vorfall vor einem Jahr zu tun haben, als Anwohner den Mann nach einem Streit an einen Mast fesselten. Der Iraker galt als psychisch krank.

Vor dem Discounter im sächsischen Arnsdorf wurde der Mann an einen Baum gefesselt.

Vor dem Discounter im sächsischen Arnsdorf war der Mann im vergangenen Jahr an einen Baum gefesselt worden

Drei Tage nach dem Fund der Leiche in einem Wald nahe dem sächsischen Dorfhain ist die Identität zweifelsfrei geklärt. Eine Untersuchung der Fingerabdrücke habe ergeben, dass es sich bei dem Toten um einen 21-jährigen Asylbewerber aus dem Irak handele, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mit. Der psychisch kranke Mann war demnach vermutlich im Januar erfroren.

Fesselung in Arnsdorf sorgte für Empörung

Der Asylbewerber soll am 21. Mai vergangenen Jahres im sächsischen Arnsdorf von vier Männern aus einem Supermarkt gezerrt und mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt worden sein (der stern berichtete). Er hatte eine Telefonkarte gekauft und war wegen Problemen damit wiederholt dort aufgetaucht. Aufgrund der Sprachprobleme war die Verständigung aber schwierig. Schließlich eskalierte die Situation. Den mutmaßlichen Angreifern im Alter zwischen 29 und 56 Jahren soll ab Montag vor dem Amtsgericht Kamenz der Prozess gemacht werden. Der Vorwurf lautet auf Freiheitsberaubung. In der Verhandlung sollte der Iraker eigentlich als Zeuge aussagen.

Der Tod des Mannes steht nach bisherigen Erkenntnissen in keinem Zusammenhang mit den Ereignissen in dem Supermarkt. Die Obduktion der bereits stark verwesten Leiche habe ergeben, dass der Iraker wohl bereits im Januar in dem Waldstück bei Dorfhain erfroren sei, sagte ein Sprecher der . Hinweise auf Gewalteinwirkung oder eine Straftat gebe es nicht. Untersucht werde weiter, warum der Mann in den Wald gegangen sei und dort zu Tode kam.

Oh, wie schön ist Heidenau - in Niedersachsen.


DPA / AFP