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Toter Asylbewerber: Polizei ermittelt jetzt doch wegen eines Tötungsdelikts

Zunächst sah die Polizei kein Indiz für Fremdeinwirkung. Jetzt ermitteln die Dresdner Beamten wegen Mordverdachts. Der am Dienstag tot aufgefundene Asylbewerber wurde wohl erstochen.

In Plattenbauten wie diesem werden in Dresden seit 2013 Asylsuchende untergebracht

In Plattenbauten wie diesem werden in Dresden seit 2013 Asylsuchende untergebracht

In Dresden wurde ein 20-jähriger Asylbewerber aus Eritrea tot in einer Plattenbausiedlung im Stadtteil Leubnitz-Neuostra aufgefunden. Die Leiche des Mannes wurde Dienstagmorgen gegen 7.40 Uhr von Passanten entdeckt, sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber stern. Zuletzt wurde er Montagabend gegen 20 Uhr lebend gesehen. "Mopo24" zitiert einen Mitbewohner des Mannes mit den Worten: "Wir sahen nur das Blut an seinem Hals und der Schulter, es sah schlimm aus."

Messerstich nur schwer zu erkennen

In einer ersten Pressemitteilung der Polizei hieß es noch, es habe keine Anhaltspunkte auf Fremdeinwirkung gegeben. Die Obduktion brachte hingegen ein vollkommen anderes Ergebnis: "Wir legen uns darauf fest, dass ein Messerstich ursächlich für die Verletzung verantwortlich ist. Wir schließen aus, dass es sich um einen Unfall handelt. Es ist ein Tötungsdelikt. Von vorsätzlichem Handeln ist auszugehen", sagte der Dresdener Polizeichef Dieter Kroll der "Dresdner Morgenpost". Die Verletzung sei als Messerstich nur schwer zu erkennen gewesen.

Am Mittwochnachmittag begutachtete auch nochmal die Spurensicherung den Tatort, suchten nach Zeugen und befragten Anwohner. Das Bündnis "Dresden Nazifrei" rief zu einer Gedenkfeier auf. Ein ausländerfeindlicher Hintergrund ist bis zum jetzigen Zeitpunkt jedeoch nicht bestätigt.

ono