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Attacke vor Petersdom: Angreiferin wollte Papst um Hilfe bitten

Die geistig verwirrte Frau, die vor der traditionellen Christmette den Papst angegriffen hatte, wollte Benedikt XVI. lediglich um Hilfe für die Armen bitten. Der Vatikan will bald entscheiden, ob gegen die 25-Jährige ein Strafverfahren eröffnet wird.

Die Papst-Angreiferin vom Heiligen Abend hat italienischen Medienberichten zufolge Benedikt XVI. nur bitten wollen, "sich für die Geringsten der Welt einzusetzen." Dies habe die 25-jährige Italo-Schweizerin dem medizinischen Personal der Klinik in Subiaco erklärt, in der sie auf ihren Geisteszustand hin untersucht wird, wie der Mailänder "Corriere della Sera" am Montag berichtete. Der Vatikan will bald entscheiden, ob gegen die verwirrte Frau ein Strafverfahren eröffnet wird. Sie hatte zu Beginn der Weihnachtsmesse im Petersdom die Absperrung überwunden, sich auf den Papst gestürzt und diesen zu Fall gebracht. Medien spekulieren, dass sie freikommen könnte, weil sie seelische Probleme habe und keinerlei Waffe bei sich führte.

Die 25-Jährige muss jedoch zunächst noch etwa eine Woche in der Klinik östlich von Rom bleiben. Der Staatsanwaltschaft des Heiligen Stuhls liegen bereits die Berichte der vatikanischen Sicherheit und von Augenzeugen zu dem Vorfall am Heiligen Abend vor. Die Gutachten der Mediziner stehen noch aus. Sollte sie vor dem Vatikan-Richter Piero Antonio Bonnet erscheinen müssen und auch verurteilt werden, dann könnte sie ihre Strafe in Italien oder der Schweiz absitzen. Die juristischen Vereinbarungen des Vatikans mit beiden Ländern erlauben dies. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hatte bereits kurz nach dem Vorfall gesagt, meist sei die Justiz des Heiligen Stuhls eher gnädig.

Laut Lombardi hatte die Frau bereits vor einem Jahr vergeblich versucht, während der Christmette die Absperrungen zu durchbrechen, um zum Papst zu gelangen. Die Sicherheitsbeamten betrachteten die Episode damals als unerheblich.

DPA / DPA
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