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Attacken in 26 Ländern: Cyber-Bankräuber erbeuten 45 Millionen Dollar

Erst hackten sie Kreditkarten-Daten, dann leerten sie Geldautomaten in 26 Ländern: Auf diese Weise hat eine Bande von Cyber-Kriminellen binnen weniger Stunden rund 45 Millionen Dollar gestohlen.

In einer großangelegten Cyberattacke haben Bankräuber weltweit insgesamt 45 Millionen Dollar (rund 34 Millionen Euro) erbeutet. Der Coup habe nur "einige Stunden" gedauert, betroffen waren insgesamt 26 Länder, wie das Büro der New Yorker Staatsanwältin Loretta Lynch am Donnerstag mitteilte. Sieben Männer wurden demnach gefasst und angeklagt. Ein achter Verdächtiger, der mutmaßliche Anführer, soll Ende April in der Dominikanischen Republik ermordet worden sein.

Allein in New York erbeuteten die Diebe den Angaben zufolge 2,8 Millionen Dollar, indem sie mit manipulierten Karten an hunderten Automaten Geld abhoben. "Statt Pistolen und Masken" habe die Bande Laptops und das Internet genutzt, erklärte Lynch. Dabei seien die Männer mit "chirurgischer Präzision" vorgegangen. Die verhafteten Personen bildeten die New Yorker Zelle einer international aktiven kriminellen Organisation.

Alle sieben kommen aus Yonkers im US-Staat New York. Die erste Festnahme gab es bereits am 27. März, als vorerst letzte wurden zwei Verdächtige am Mittwoch verhaftet.

Daten von Prepaid-Kreditkarten gehackt

Mehrere Monate lang hackten die Cyberkriminellen die Daten von Prepaid-Kreditkarten, wie sie etwa von Hilfsorganisationen eingesetzt werden. Dann hoben sie die Grenze für Bar-Abhebungen auf. Die gestohlenen Daten wurden auf Magnetkarten geladen, mit deren Hilfe die mit gestohlenen PIN-Nummern ausgestatteten Räuber innerhalb kurzer Zeit Millionen von Dollar abhoben. Die Organisation schlug laut US-Justiz zweimal in mehreren Ländern gleichzeitig zu: am 22. Dezember 2012 sowie am 19. oder 20. Februar 2013.

Betroffen waren demnach die Rakabank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bank of Muscat in Oman. Die New Yorker Zelle machte sich nach ihrem Beutezug schnell ans Geldwaschen: laut Anklageschrift eröffnete sie ein Konto bei einer Bank in Miami und kaufte Luxuslimousinen sowie unter anderem zwei Rolex-Uhren.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft dankte den Ermittlungsbehörden in zahlreichen Ländern für ihre Zusammenarbeit, darunter auch in Deutschland. Welche anderen Staaten von dem Beutezug betroffen waren, erklärten die US-Behörden jedoch zunächst nicht.

An dem Schlag gegen die New Yorker Zelle war der Secret Service beteiligt, der dem Ministerium für Innere Sicherheit untersteht. Neue Technologien und das rapide Wachstum der Internet-Nutzung hätten die bisherigen Grenzen der Finanzkriminalität eingerissen, sagte ein Beamter des Secret Service. Die Zerschlagung der Zelle zeige aber auch, dass die Ermittlungsbehörden sich inzwischen darauf eingestellt hätten.

kng/kgi/AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters