VG-Wort Pixel

Attentäter von Oslo und Utöya Staatsanwalt klagt Breivik wegen Terrorismus an


Die Staatsanwaltschaft hat den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik wegen eines Terrorakts und wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt. Der Prozess soll am 16. April beginnen.

Anders Behring Breivik wird für den Tod von 77 Menschen verantwortlich gemacht. Laut Anklageschrift zündete er am 22. Juli 2011 einen Bombe im Osloer Regierungsviertel und tötete dabei acht Menschen. Später erschoss Breivik 67 Jugendliche in einem Feriencamp auf der Insel Utøya. Zwei weitere Opfer starben, als sie vor dem Todesschützen flüchteten.

Der Täter wollte Angst in der Bevölkerung verbreiten, daher seien beide Verbrechen als Terrorakte zu werten, sagt nun die Staatsanwälte. Die veröffentlichte Anklageschrift nennt alle 77 Todesopfer und 40 weitere Menschen, die bei dem Bombenanschlag oder durch Schüsse schwer verletzt wurden.

Gutacher prüfen erneut Zurechnungsfähigkeit

Nach Angaben seiner Anwälte reagierte der geständige Attentäter ruhig, als ihm im Ila-Gefängnis bei Oslo die 19-seitige Anklageschrift vorgelesen wurde. Bei Anhörungen in Februar hatte sich Breivik nicht schuldig bekannt. Er gab an, er habe aus Selbstverteidigung gehandelt und habe die Regierung für ihre Einwanderungspolitik bestrafen wollen.

Im November hatten zwei vom Gericht beauftragte Gutachter Breivik wegen "paranoider Schizophrenie" für unzurechnungsfähig erklärt. Derzeit wird ein zweites Gutachten erstellt. Es war von Opfer-Anwälten unter Hinweis auf die langfristige Vorbereitung der Gewalttaten und deren systematische Ausführung eingefordert worden. Das neue Gutachten soll bis zum 10. April vorliegen.

Der Prozess soll am 16. April beginnen. Sollte Breivik für unzurechnungsfähig erklärt werden, schließt dies eine Haftstrafe aus. Er würde dann in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Entscheidung darüber, ob er als zurechnungsfähig einzustufen ist, liegt letztlich beim Gericht.

kng/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker