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Attentat am Frankfurter Flughafen US-Soldat überwältigte Arid U.


Den 21-jährigen Attentäter von Frankfurt soll angeblich ein Internetvideo zu seiner Tat getrieben haben. Überwältigt wurde Arid U. von einem der US-Soldaten. Die Bundesanwaltschaft schilderte am Freitag das Drama, das sich am Flughafen abspielte.

Nach dem Mordanschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen hat die Bundesanwaltschaft am Freitag Einzelheiten bekanntgegeben. Danach hat einer der angegriffenen US-Soldaten den Attentäter überwältigt. Der 22-Jährige hatte die Verfolgung aufgenommen, nachdem ihm der Attentäter zuvor die Pistole an den Kopf gehalten und zweimal abgedrückt hatte. Die Kugeln lösten sich jedoch nicht, da sich eine Hülse im Lauf verklemmt hatte. Am Flughafen kamen dem Soldaten dann Polizisten zu Hilfe.

Der 21 Jahre alte Arid U. hatte am Mittwoch in einem Militärbus zwei US-Soldaten erschossen und zwei weitere schwer verletzt. Die Ermittler halten ihn für einen "islamistisch motivierten" Einzeltäter. Der 21jährige Frankfurter, der im Kosovo geboren wurde, habe US-Soldaten töten wollen, berichtete Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU). Auf Antrag der Bundesanwaltschaft wurde Haftbefehl erlassen.

Laut des ARD-Magazins "Panorama" gab Uka in einer Vernehmung an, er sei im Internet auf ein Video gestoßen, das zeige, wie US-Soldaten ein Haus in Afghanistan plünderten und ein Mädchen vergewaltigten. Das habe ihm einen Impuls gegeben, "nach Afghanistan ausreisende US-Soldaten zu töten". U. soll einen deutschen und einen jugoslawischen Pass besitzen.

Bus mit 15 Soldaten angegriffen

Der Attentäter hatte am Mittwoch auf dem Flughafen den Bus mit 15 Soldaten angegriffen. Nur eine Ladehemmung verhinderte ein noch größeres Blutbad. Die Waffen der Amerikaner waren im Gepäck nicht einsatzbereit. Die Tatwaffe und 24 Schuss Munition hat der Attentäter laut "Panorama" vor ein paar Monaten für 1000 Euro gekauft.

Der getötete Busfahrer war am Luftwaffenstützpunkt Ramstein stationiert; die übrigen Soldaten kamen aus London und waren auf dem Weg zum Einsatz in Afghanistan. Der Täter wurde von Bundespolizisten noch auf dem Flughafen festgenommen. Er war dort seit Januar als Zeitarbeiter im Internationalen Postzentrum beschäftigt. Die Polizei kannte den Attentäter zuvor nicht, sagte Minister Rhein. Uka habe vor wenigen Tagen den Kampfnamen "Abu Reyyan" angenommen und über Facebook Kontakt zu dem mutmaßlichen Hassprediger Sheik Abdellatif gehabt. Abdellatif wird von der Polizei beobachtet und predigte zuletzt in einer Frankfurter Moschee.

Polizei durchsucht Wohnung

In Frankfurt-Sossenheim wurde die Wohnung des Todesschützen durchsucht. Er soll bei seinen Eltern gewohnt haben. Uka wurde Medienberichten aus Pristina zufolge am 8. Februar 1990 bei Mitrovica im Kosovo geboren. Große Teile seiner Familie lebten schon seit vielen Jahren in Deutschland. Der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verurteilte den Anschlag. Die Behörden würden in Zusammenarbeit mit US-Dienststellen alles dafür tun, die Tat aufzuklären.

Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), mahnt derweil zur Besonnenheit. "Trotz der dramatischen Ereignisse von Frankfurt sehe ich derzeit keine Notwendigkeit, eine erneute Terrorwarnung wie im vergangenen November auszusprechen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nach allem, was die Behörden bisher wüssten, habe sich die Sicherheitslage nicht entscheidend geändert.

ben/nik/DPA DPA

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