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Attentate von Oslo und Utøya: Breivik muss womöglich nicht ins Gefängnis

Anders Behring Breivik lebt in einer Welt voller Wahnvorstellungen, sieht sich als Krieger. Zwei Psychiater halten den Attentäter für unzurechnungsfähig - damit könnte er der Haft entkommen.

Von Swantje Dake

Acht Menschen starben am 22 Juli in Oslo, 69 auf der Insel Utøya. Die Toten im Jugendcamp, das Zünden der Bombe im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt – die Taten hat Anders Behring Breivik gestanden. Doch einer Haftstrafe könnte er entkommen; denn zwei Rechtspsychiater haben ihn für unzurechnungsfähig erklärt.

Die endgültige Entscheidung über die Zurechnungsfähigkeit trifft zwar das zuständige Gericht, wenn sich die Richter dem Urteil der Psychologen jedoch anschließen, kann Breivik nicht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden. Er würde in eine geschlossene, psychiatrische Anstalt eingewiesen werden. Der Prozessauftakt ist erst für Mitte April nächsten Jahres geplant.

Gutachten überrascht Experten

Viele Experten zeigten sich vom Urteil der Gutachter überrascht. Weil er das Massaker über Jahre vorbereitet hatte, hielten ihn viele für zurechnungs- und damit schuldfähig. Das Schriftstück wird jetzt von einer rechtsmedizinischen Kommission gelesen, was vermutlich bis Weihnachten dauern wird. Laut Staatsanwalt Svein Holden arbeitet die Kommission unabhängig, das heißt sie kann weitere Untersuchungen einfordern oder zu einem anderen Schluss als die Gutachter Torgeir Husby und Synne Sørheimals kommen.

Auf 243 Seiten erklären Husby und Sørheim, warum sie Breivik für unzurechnungsfähig halten. Ein normales Gutachten umfasst 30 bis 50 Seiten. 13 Mal haben die beiden Psychiater Breivik getroffen und mit ihm gesprochen, während er hinter einer Glasscheibe saß. Eine MRT-Untersuchung seines Gehirns lehnte Breivik ab. Er sei daran interessiert gewesen, mit ihnen zu sprechen, sagte Husby der norwegischen Zeitung Dagbladet. Auch mit der Mutter Breiviks sprachen sie und hörten die Verhöre der Polizei an. Gegenüber dem Dagbladet betonte Husby, dass sich beide Psychiater einig sind und an ihrem Urteil keinen Moment gezweifelt haben.

Breivik war laut den Gutachtern während des Massakers "psychotisch" und damit unzurechnungsfähig. Er sei schon einen längeren Zeitraum vor der Tat paranoid und schizophren gewesen, das habe sein Wesen verändert.

Der 32-Jährige lebe in einer Welt voller Wahnvorstellungen. Er sehe sich als Auserwählter, der darüber entscheiden dürfe, wer leben darf und wer sterben muss. Den Gutachtern erzählte Breivik, dass er die Hinrichtungen, wie er sie selbst nannte, "aus Liebe zu seinem Volk begangenen habe". Breivik bezeichnet sich selbst als den perfektesten Ritter seit dem Zweiten Weltkrieg. Seine Organisation werde die Macht in Norwegen übernehmen. Er sehe sich zudem als der zukünftige Regent in Norwegen und Europa.

Staatsanwaltschaft will Psychiatrie erwirken

Obwohl die Staatsanwaltschaft das Gutachten noch nicht in Gänze gelesen hatte, hielt sie am Mittag eine Pressekonferenz ab, um zu erklären, wie sie das Gutachten einordnet. Offenbar befürchten die Behörden, dass die Unzurechnungsfähigkeit als Freispruch vor dem Gerichtsverfahren gewertet werden könnte. Die Staatsanwaltschaft war bemüht zu erklären, dass Breivik mit dem Stempel "unzurechnungsfähig" nicht unschuldig ist.

Staatsanwalt Holden und seine Kollegin Inga Bejer Engh wollten nicht auf Einzelheiten des Berichts eingehen, wiesen mehrfach daraufhin, dass sie ihn selbst noch nicht komplett gelesen haben. Holden betonte aber, dass er mit dem Urteil der Gutachter leben könne, wie er auch mit einer Schuldfähigkeit hätte leben können. Bejer Engh ergänzte, dass die Unzurechnungsfähigkeit des Angeklagten keinen Unterschied für das anstehende Verfahren mache. Einzig das Strafmaß ändere sich. Ein Unzurechnungsfähiger kann nicht zu einer Gefängnisstrafe oder Sicherungsverwahrung verurteilt werden. "Das haben wir in Norwegen als Rechtsprinzip seit dem Mittelalter", sagt Bejer Engh.

Sollte die rechtsmedizinische Kommission das Gutachten bestätigen, will die Staatsanwalt für die Einweisung in eine psychiatrische Anstalt plädieren. Dort könne Breivik auch bis ans Lebensende bleiben müssen, wenn er weiterhin eine Gefahr für die Gesellschaft darstelle. Allerdings muss die Einweisung in eine Psychiatrie alle drei Jahre bestätigt werden. Die Klinik, in der er untergebracht werden würde, hätte die entsprechenden Sicherheitsanforderungen, betonte Bejer Engh.

Laut Holden wurde Breivik noch nicht von seinem Anwalt über das Gutachten informiert. Seiner Verteidigung hatte Breivik zu verstehen gegeben, dass er unter keinen Umständen für unzurechnungsfähig erklärt werden wolle. Bislang begründete Breivik seine Taten mit Hass auf muslimische Zuwanderer sowie norwegische Befürworter einer multikulturellen Gesellschaft.

Im Prozess wird sich Breivik wie jeder andere Angeklagte auch erklären können. Derzeit sitzt der Attentäter in einem Hochsicherheitsgefängnis nahe Oslo. Mehrfach wurde die Untersuchungshaft verlängert. Möglicherweise wird er auf Grund des Gutachtens schon vor dem Urteil in eine Psychiatrie eingewiesen.

mit Agenturen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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