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Franziska-Prozess unterbrochen Angeklagter in U-Haft attackiert


Es geht um Mord, Geiselnahme, Vergewaltigung und schweren Missbrauch der zwölfjährigen Franziska. Doch der Prozessauftakt war nach wenigen Minuten beendet - zum Schutz des Angeklagten.

Der Auftakt im Mordprozess um den Tod der zwölfjährigen Franziska ist am ersten Verhandlungstag schon nach wenigen Minuten zu Ende gegangen. Bereits nach der Verlesung der Anklage wurde die Verhandlung unterbrochen. Hintergrund ist die Attacke auf den 27 Jahre alten Angeklagten in der Untersuchungshaft.

Bei den Ermittlungen dazu wurden Mitgefangene des jungen Mannes befragt. Sie sollen auch Angaben zu den Taten gemacht haben, die dem Angeklagten vorgeworfen werden. Die Verteidigung will sich noch näher mit diesen Aussagen befassen, bevor der Angeklagte am nächsten Verhandlungstag am 25. Februar möglicherweise selbst Angaben zur Sache macht, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Das "Umfeld des Opfers" ist wütend

Der Prozess hatte unter strengen Sicherheitsauflagen begonnen, weil es vorab aus der Familie des Opfers Drohungen gegen den Angeklagten gegeben hatte. "Die Drohungen waren einer Person aus dem Umfeld des Opfers, der Franziska, zuzuordnen", sagte ein Gerichtssprecher. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters Jochen Bösl hatte dieser "Gefährder" sich allerdings noch am Morgen von den Drohungen distanziert. Er saß auch im Gerichtssaal.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord, Geiselnahme, Vergewaltigung und schweren Missbrauch von Kindern vor. Er soll vor dem Mord an Franziska auch eine junge Frau vergewaltigt und sich an einem anderen Mädchen vergangen haben.

Der ursprüngliche Prozessbeginn im Januar musste verschoben werden, nachdem ein Mithäftling den Angeklagten in der Untersuchungshaft niedergestochen hatte. Für das Verfahren sind 102 Zeugen und 18 Sachverständige geladen.

yps/AFP AFP

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