HOME

Ausbruch aus der JVA Aachen: Schwerverbrecher Heckhoff gefasst

Drei Tage nach ihrer spektakulären Flucht aus dem Aachener Gefängnis hat die Polizei den Schwerverbrecher Michael Heckhoff gefasst. Seinem Komplizen ist die Polizei offenbar dicht auf den Fersen.

Sie waren tagelang unterwegs, ängstigten die Menschen in Nordrhein-Westfalen: die beiden Schwerkriminellen Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski, die aus der Justizvollzugsanstalt in Aachen ausgebrochen waren. Heckhoff hat die Polizei jetzt festgenommen. Er gilt als einer der gefährlichsten Geiselgangster Deutschlands. Sein 46-jähriger Komplize Michalski ist weiter auf der Flucht.

Den Polizeiangaben zufolge hatten Passanten den schwarzen 5er-BMW, den die beiden am Samstag einem Ehepaar in Essen gestohlen hatten, um 10.15 Uhr in einer Seitenstraße in Mülheim bemerkt und die Polizei alarmiert. Heckhoff habe sich in der Nähe des Fahrzeugs aufgehalten und sei kurz nach 11.00 Uhr von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen worden. Weitere Einzelheiten wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht mitteilen.

Michalski soll sich am Ort der Festnahme aufhalten

Dem verurteilten Mörder Peter Paul Michalski ist die Polizei offenbar dicht auf den Fersen. Er hält sich nach den Erkenntnissen der Polizei noch immer im Umkreis des Orts auf, wo sein Komplize Michael Heckhoff gefasst worden war, wie Behördensprecher Christoph Gilles der Nachrichtagentur AP sagte.

Michalski wirkt auf einem Polizeifoto hager, klug sieht es aus, wie er in die Kamera blickt. 1,76 Meter groß ist er. Michalski sitzt seit Anfang der 80er Jahre im Knast, mit einer dreijährigen Unterbrechung. Wegen Mordes und schwerer räuberischer Erpressung bekam er lebenslänglich. Diese Taten beging er 1993 bei zwei Raubüberfällen - während eines Hafturlaubs.

Die beiden Kriminellen haben ihr erwachsenes Leben in Zellen und auf Gefängnishöfen verbracht haben. Ihre Verbrechen: Geiselnahme und Mord. Ihre Urteile: lebenslänglich. Ihre Aussichten auf ein normales Leben: nahe null. Akuter Zustand: nichts zu verlieren.

"Sie sind brandgefährlich."

"Die beiden sind nicht so nett und sympathisch, wie sie auf den Fahndungsbildern wirken. Sie sind alles andere als nett. Sie sind brandgefährlich", sagte ein Polizeisprecher.

Bei ihrer Flucht hatten die Ausbrecher am Samstag ein Essener Ehepaar längere Zeit in ihrer Gewalt gehabt. Ein Sprecher der Polizei Köln bestätigte am Sonntag entsprechende Informationen der "Bild"-Zeitung. Die Schwerverbrecher seien "mit den beiden unterwegs gewesen", sagte er. Nähere Angaben machte er nicht. Nach dpa-Informationen fuhren die beiden Straftäter am Samstagabend mit dem Ehemann in dessen Wagen in ein Mülheimer Waldgebiet und ließen ihn dort frei.

Nachdem der Mann sich bei der Polizei gemeldet hatte, wurde ein landesweiter Großalarm ausgelöst, der bis Mitternacht dauerte. Dabei wurde auch eine sogenannte Grenzfahndung ausgelöst, um eine Flucht der beiden nach Belgien oder in die Niederlande zu verhindern. Dazu richteten Bundes- und Landespolizei an ausgewählten Stellen Durchfahrtskontrollen ein.

AP/DPA / AP / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?