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Ausbruch in Aachen: Polizei hatte Fluchthelfer schon vorher im Visier

Neue Erkenntnisse zum Ausbruch zweier Schwerverbecher aus dem Gefängnis Aachen: Offenbar wurde der Justizbeamte, der Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski zur Flucht verhalf, schon vorher von der Polizei observiert. Zuvor wurde bereits bekannt, dass der Fluchthelfer sich bestechen ließ.

Der festgenommene Aachener Vollzugsbeamte, der zwei Schwerverbrechern bei ihrer Flucht geholfen haben soll, ist laut "Spiegel" vor dem Ausbruch polizeilich observiert worden. Wenige Tage vor dem Gefängnisausbruch von Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski am 26. November habe ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) der Polizei den 40-jährigen Gefängnisbeamten im Visier gehabt, aber bewusst nicht zugegriffen. Der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller wollte dies auf Nachfrage der Nachrichtenagentur DPA aber weder bestätigen noch dementieren.

JVA-Beamter war offenbar bestechlich

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits vor einigen Tagen berichtet, der wegen Fluchthilfe festgenommene JVA-Beamte sei wahrscheinlich schon vorher in kriminelle Machenschaften verwickelt gewesen. Zehn Tage vor der Flucht seien gegen den Mann Ermittlungen wegen Bestechlichkeit eingeleitet worden. Der Beamte habe "auf Veranlassung eines Gefangenen" einen Geldbetrag von 200 Euro angenommen. Einen sachlichen Zusammenhang zwischen der Geldübergabe und dem Ausbruch der beiden Schwerverbrecher gebe es nach aktuellem Ermittlungsstand aber nicht, betonte Deller erneut.

"Zu welchem Zweck dem Beamten der Betrag übergeben wurde, können wir noch nicht sagen. Ich weiß nicht, woher der "Spiegel" seine Informationen hat", sagte Deller.

Dem Magazin zufolge hatte sich eine Frau bei den Ermittlern gemeldet, die behauptete, der Gefängnisbeamte habe Handys oder Rauschgift in die JVA geschmuggelt. Ein Unbekannter habe auf ihr Girokonto 200 Euro überwiesen, und der 40-Jährige habe das Geld bei ihr zu Hause abholen sollen. MEK-Kräfte hatten den Mann vor ihrem Haus laut Bericht identifiziert, aber nicht festgenommen, um an die Hintermänner zu kommen. Der Beamte habe daher weiter Dienst in der JVA tun und einige Tage später aktive Fluchhilfe leisten können.

DPA / DPA