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Betrugsprozess: Von wegen dein Freund und Helfer – Polizist zockt seine Ex dreist ab

Er war Polizist und er war mit seiner Freundin fast zehn Jahre zusammen. Jetzt musste sich ein 58-Jähriger vor dem Kölner Amtsgericht verantworten, weil er die komplette Lebensversicherung seiner Ex verjubelt haben soll.

Ein Kölner Polizist im Einsatz beim Karneval

Ein ehemaliger Polizist soll die gesamte Lebensversicherung, 50.000 Euro, seiner Ex-Freundin verjubelt haben (Symbolfoto)

Immer wieder schüttelte Susanne D. (Name geändert) ihren Kopf, als sie am Donnerstagmorgen im Zeugenstand des Kölner Amtsgerichtes saß. "Ich habe ihm vertraut, er hat alle Banksachen erledigt", sagte die 59-Jährige. Auch zwei Jahre nach der Tat kann die Tagesmutter es immer noch nicht verstehen. Schließlich waren sie und der Angeklagte Peter F. fast zehn Jahre zusammen. Zudem war er noch Polizist.

Über zwei Jahre hinweg hatte der 58-Jährige die Unterschrift seiner Partnerin gefälscht und sich regelmäßig Geld von ihrer Lebensversicherung auf sein Konto überwiesen. Mal waren es 1000, mal 15.000 Euro. Das Geld ging zwar immer auf das Konto von Susanne D.. Doch der mittlerweile pensionierte Polizist hatte sämtliche Zugangsdaten für ihr Konto und konnte einfach via Online-Banking das Geld auf sein eigenes überweisen. 50.000 Euro hat er sich so erschlichen.

Verwendungszweck: eine Banane

Peter F. gestand den Vorwurf gleich zu Beginn der Verhandlung. Allerdings rechtfertigte er seine Tat auch: "Ich habe das Geld nicht für mich genommen, sondern um unsere finanziellen Löcher zu stopfen." Wirklich glauben wollte das der Richter nicht, denn Peter F. arbeitete zu diesem Zeitpunkt noch als Polizist, bekam also sein normales Gehalt, seine Ex-Freundin arbeitete als Tagesmutter und bekam zudem noch Witwenrente.

Auch die Beschädigte selbst behauptete etwas anderes: "Von finanziellen Löchern wusste ich nichts. Zusammen hatten wir eigentlich viel Geld." Die Kontoauszüge werfen ebenfalls einige Fragen auf. Bei einer Überweisung von 1000 Euro hatte der Angeklagte als Verwendungszweck "eine Banane" angegeben.

Ex-Polizist droht Pension zu verlieren

Dementsprechend fiel auch das Urteil des Richters aus: Ein Jahr auf Bewährung mit der Auflage, der Beklagten mindestens 100 Euro pro Monat zu überweisen. "Vieles spricht dafür, dass das Geld zumindest teilweise in Ihre eigene Tasche geflossen ist", begründete der Vorsitzende sein Urteil.

Allerdings wird es dauern, bis das auch rechtskräftig ist. Denn die Anwältin von Peter F. kündigte bereits an, in Berufung zu gehen. Bei einem Strafmaß von einem Jahr droht der Verlust der Pensionsansprüche. Das möchte der 58-Jährige unbedingt verhindern. 


rpw