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Auslieferung genehmigt: Erster Piraten-Prozess seit 400 Jahren in Hamburg perfekt

In einer spektakulären Aktion hatte die niederländische Marine sie Anfang April überwältigt. Jetzt ist entschieden: Die Kidnapper des deutschen Frachters "Taipan" werden an die Bundesrepublik ausgeliefert.

Die Niederlande liefern zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia an Deutschland aus. Das hat das Amtsgericht in Amsterdam am Freitag entschieden. Richterin Ans Davids wies Beschwerden der Somalier gegen die beabsichtigte Überstellung an die Hamburger Staatsanwaltschaft als in allen Punkten unbegründet zurück.

Die deutsche Justiz habe hinreichend demonstriert, dass sie tatsächlich für die Strafverfolgung zuständig ist und die Verdächtigen in Deutschland ein faires rechtsstaatliches Verfahren erwartet, begründete die Richterin ihre Entscheidung. Die Auslieferung könne nun innerhalb von zehn Tagen erfolgen. Ein Berufungsverfahren dagegen sei nach niederländischem Recht nicht möglich. Damit kommt es demnächst in Hamburg zum ersten Seeräuber-Prozess nach rund 400 Jahren.

Den Somaliern wird vorgeworfen, Anfang April 500 Seemeilen vor der Küste ihres Heimatlandes das deutsche Containerschiff "MV Taipan" gekapert zu haben. Sie waren am Ostermontag von einem niederländischen Marinekommando überwältigt und festgenommen worden. Die 15 Crewmitglieder der "Taipan", unter ihnen zwei Deutsche, blieben unverletzt.

Aufgrund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Hamburg wurden die mutmaßlichen Piraten nach Holland geflogen, um von dort in die Bundesrepublik gebracht zu werden. Dagegen hatten die Somalier auf Anraten niederländischer Pflichtverteidiger Widerspruch eingelegt.

DPA/APN/AFP / DPA