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Ausschreitungen in Ägypten: Ultras attackieren in Kairo Polizeiclub und Fußballverband

In Kairo haben radikale Fußballfans massiv randaliert. Grund dafür sind die Freisprüche für sieben Polizisten, die bei den tödlichen Fußball-Krawallen letztes Jahr im Einsatz waren.

Kairoer Fußballfans haben aus Ärger über ein Urteil im Prozess zu den tödlichen Krawallen im ägyptischen Sport einen Polizeisportclub sowie ein Gebäude des Fußballverbands attackiert.

Wie staatliche Medien berichteten, griffen wütende Anhänger der Traditionsmannschaft al Ahli den Polizeiclub mit Brandsätzen an. Ein Reporter von "al Ahram" berichtete zudem, dass Fans mit erbeuteten Trophäen den Sitz des Fußballverbands verließen. Beide Einrichtungen befinden sich im Zentrum Kairos.

Grund für die Empörung waren Freisprüche für sieben Polizisten, die im Einsatz waren, als vor einem Jahr rabiate Fans einer rivalisierenden Mannschaft mit brutaler Gewalt auf die Kairoer Fans losgingen. Damals waren im Stadion in Port Said 74 Menschen ums Leben gekommen - meist al-Ahli-Fans.

Laut Staatsmedien hatte ein Polizeihubschrauber die sogenannten "Ultras" erzürnt, der über dem al-Ahli-Stadion im Stadtteil Samalek kreiste. Dort hatten sich die Fußballfans versammelt, um über das Urteil zu diskutieren. In Port Said strömten ebenfalls zahlreiche Menschen aus Protest gegen den "politischen Prozess" auf die Straßen. Die zum Tode verurteilten Angeklagten stammen aus ihren Reihen.

steh/DPA / DPA
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