Autodiebstahl Schwupps, da war der Laster weg...

Auf genauso dreiste wie simple Art hat eine Bande aus Hamm monatelang LKW-Anhänger geklaut und nach Moldawien verkauft. Die moderne Technik der Fahrzeuge wurde den Dieben schließlich zum Verhängnis.

Mit einer einfachen Masche hat eine neunköpfige Verbrecherbande aus Hamm in Westfalen in den vergangenen vier Jahren einen Millionenschaden verursacht. Die Männer fuhren mit einer Zugmaschine Autobahnparkplätze ab und suchten nach abgestellten Anhängern oder Aufliegern. Dann koppelten sie einen Auflieger an und fuhren einfach davon.

"Das ist eine wirklich dreiste Masche", sagte Oberstaatsanwältin Ina Holznagel. "Aber wir haben schon von Kollegen aus den Niederlanden gehört, dass diese Methode dort auch praktiziert wird."

Beute ging nach Moldawien

Die Hammer Bande brachte die Fahrzeuge zu einem Gelände im Hammer Industriegebiet und verschoben sie dann nach Moldawien. Der Gesamtwert der gestohlenen LKW, Sattelauflieger und Anhänger beläuft sich auf mindestens 1,3 Millionen Euro.

"Auflieger und Anhänger werden schon mal auf einem Autobahnparkplatz stehen gelassen, wenn die Fahrer in einem nahe gelegenen Ort etwas zu tun haben und dort mit ihren Hängern nur schwer durchkommen", erklärte Bernd Andresen, Geschäftsführer des Verbandes Güterkraftverkehr und Logistik Nordrhein. Sicherungsmöglichkeiten eines solchen Aufliegers gäbe es kaum.

GPS-Ortung verriet die Täter

Die Polizei kam den Tätern auf die Spur als sie im Februar in Castrop-Rauxel einen Sattelauflieger mit niederländischer Zulassung entwendeten. Der war jedoch mit einem "Tracking-System" zur GPS-Ortung ausgestattet und führte die Ermittler direkt auf das Grundstück der Bande im Hammer Westen. Dort fand die Polizei neben dem niederländischen Fahrzeug noch sieben weitere gestohlene LKW.

Bei einer Durchsuchung wurde klar, dass die Bande schon seit 2002 operiert. "Wir können 26 Taten konkret nachvollziehen", so die Oberstaatsanwältin. Aber die Vermutung läge nahe, dass noch mehr Taten auf das Konto der Bande gehen würden. Vier Bandenmitglieder befinden sich zurzeit in Untersuchungshaft, die Anklage gegen insgesamt neun Täter wird zurzeit vorbereitet.

AP AP

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