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Bei Würzburg Axt-Attacke in Regionalzug - Polizei erschießt den Täter

Menschen verlassen einen gestoppten Regionalzug in Würzburg-Heidingsfeld
Gestoppter Zug in Würzburg-Heidingsfeld: Ein junger Afghane hat Fahrgäste mit einer Axt attackiert
© Karl-Josef Hildenbrand/DPA
Albtraum in einem Regionalzug bei Würzburg: Ein junger Flüchtling aus Afghanisten hat Fahrgäste mit einer Axt attackiert und mehrere Menschen teils schwer verletzt. Ein islamistischer Hintergrund wird derzeit nicht ausgeschlossen.

Dramatischer Vorfall in Franken: In der Nähe von Würzburg hat am Abend ein Mann in einem Regionalzug mehrere Reisende angegriffen. Wie die Polizei am Montagabend in Würzburg mitteilte, attackierte der Täter die Fahrgäste mit einem Messer und einer Axt. Er soll dabei drei Menschen lebensgefährlich und eine Person leicht verletzt haben. 14 weitere Fahrgäste stehen unter Schock. Hinweise auf einen zweiten Täter bestätigten sich bis zum späten Abend nicht.

Wie es weiter hieß, wurde aus dem Zug ein Notruf abgesetzt. Zudem soll einer der Fahrgäste die Notbremse gezogen haben, so dass der Zug auf freier Strecke in Heidingsfeld, einem Vorort von Würzburg, zum Stehen kam. Der Täter soll nach dem Stopp aus dem Zug gesprungen und über mehrere hundert Meter Richtung Main geflohen sein. Er konnte jedoch von Polizisten eines Sondereinsatzkommandos gestellt werden, das zufällig in Würzburg im Einsatz war und somit schnell zur Stelle sein konnte, wie es hieß. Als der Mann die Beamten attackieren wollte, wurde er laut Schilderungen vom Abend von den Polizisten erschossen.

Täter 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan

Ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums bestätigte, dass der Täter erschossen wurde. Bei dem Mann handelt es sich um einen 17-jährigen unbegleiteten Flüchtling aus Afghanistan, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in den "ARD-Tagesthemen" berichtete. Er befindet sich seit März in der Region und war zunächst in einem Kolpingheim in Ochsenfurt untergebracht. Seit zwei Wochen soll der 17-Jährige nun bei einer Pflegefamilie leben, berichtete der Minister im "ARD-Nachtmagazin".

Zunächst war die Tat als Amoklauf bezeichnet worden; das wurde nicht offiziell bestätigt. Das Motiv der Tat ist zur Stunde unklar, die Polizei prüft einen möglichen islamistischen Hintergrund. Laut Herrmann gibt es eine einzelne Zeugenaussage, die von "Allahu Akbar"-Rufen ("Gott ist groß") berichtet habe. Die Ermittlungen dauern an.

Die Attacke ereignete sich auf dem Streckenabschnitt zwischen Würzburg-Heidingsfeld und Ochsenfurt. Die Strecke bis zum Würzburger Hauptbahnhof wurde gesperrt. Ein Ersatzverkehr wurde von der Bahn eingerichtet. Auf der Reststrecke zwischen Ochsenfurt und Treuchtlingen fahren die Züge.

Blick durchs Fenster in den Zug - Blutflecken, Verbandsmaterial und eine Rettungsfolie sind zu sehen
Rettungsfolie, Verbandsmaterial und ein blutbedeckter Boden: Der Blick durchs Fenster lässt den Horror im Zug erahnen
© Karl-Josef Hildenbrand/DPA
dho DPA AFP

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