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Düsseldorf S-Bahn-Zugführer sperrte Axt-Täter aus und verhinderte noch Schlimmeres

Spurensicherung auf einem Bahnsteig in Düsseldorf: Hier schlug der Mann mit einer Axt auf Aussteigende ein
Spurensicherung am Bahnsteig: Hier begann die Axt-Attacke im Düsseldorfer Hauptbahnhof. Der 36-jährige Täter schlug von hinten auf aussteigende Fahrgäste ein.
© Federico Gambarini/DPA
Der Zugführer einer S-Bahn hat im Düsseldorfer Bahnhof offenbar verhindert, dass die Axt-Attacke noch schlimmere Folgen gehabt hat. Geistesgegenwärtig schloss er die Türen des Zuges und sperrte den Täter so aus. Der hatte bereits auf Fahrgäste eingeschlagen.

Als die S-Bahn der Linie 28 am Donnerstagabend im Düsseldorfer Hauptbahnhof anhält, nimmt die Axt-Attacke ihren Lauf. Als sich die Türen öffnen, beginnt ein Mann mit einer Axt von hinten auf die Aussteigenden einzuschlagen. Ein S-Bahn-Fahrgast schubst den Täter schließlich aus der Bahn. Der Zugführer schließt daraufhin geistesgegenwärtig die Türen und sperrt den Täter damit aus. Dieser versucht, mit Gewalt wieder in die Bahn zu kommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter dann noch mehr Opfer gefunden hätten.

So stellen Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz am Freitag den Beginn der Axt-Attacke im Düsseldorfer Hauptbahnhof dar. Als dem Mann klar wird, dass er nicht zurück in die Bahn kann und sich zudem Sicherheitskräfte nähern, flieht er laut den Behörden durch den Bahnhof, schlägt auch dort auf Menschen ein, ehe er von einer Brücke springt und sich dadurch selbst so schwer verletzt, dass er von Polizisten festgenommen werden kann. Verletzt hat der in Wuppertal lebende, wohl aus dem Kosovo stammende 36-Jährige nach Angaben der Behörden insgesamt neun Menschen, vier davon schwer durch Axtschläge auf den Kopf. Inzwischen schwebe aber niemand mehr in Lebensgefahr, heißt es. Unter den Opfern sind zwei italienische Touristinnen, das jüngste Opfer ist eine 13-jährige Düsseldorferin. Auch die weiteren Opfer stammen aus Nordrhein-Westfalen.

Bruder meldet den Axt-Täter als vermisst

Nach Angaben der Landespolizei gibt es "überhaupt keinen Hinweis auf ein politisches oder religiöses Motiv". Es sei auszuschließen, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Vielmehr seien bei der Durchsuchung der Wohnung des Täters ärztliche Atteste gefunden worden, die dem Mann eine "paranoide Schizophrenie" bescheinigen.

Nach Angaben des Bruders des Täters fühlte sich der 36-Jährige bedroht und hatte sich deshalb eine Axt gekauft. Da der Mann seinen Bruder am Donnerstagabend nicht finden konnte, habe er ihn laut Polizei gegen 22 Uhr als vermisst gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt hatte der 36-Jährige seine Tat bereits verübt.

Täter nicht vernehmungsfähig

Der Täter selbst konnte laut Polizei bisher nicht zu einem Motiv befragt werden. Bei seiner Festnahme habe er lediglich durchblicken lassen, dass er bereit gewesen sei, sich von der Polizei "mit Schusswaffen stoppen zu lassen". Der 36-Jährige wurde operiert und ist derzeit nicht vernehmungsfähig, teilten die Beamten mit. 

dho

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