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Mord Babis A. erstickte seine junge Frau – doch sein Schrittzähler verriet ihn

Babis A. wird von der Polizei bewacht und geschützt.
Babis A. wird von der Polizei bewacht und geschützt.
© Milos Bicanski / Getty Images
Babis A. erzählte der Polizei, Einbrecher hätten seine Frau ermordet. Doch die Polizei blieb misstrauisch und überführte ihn mit seinen Handy-Daten.

Zu Beginn fühlten ganz Griechenland und Großbritannien mit Babis A., doch mittlerweile ist er der meistgehasste Mann in beiden Ländern. Am 11. Mai verlor Babis A. seine junge, gerade 20-jährige Frau, Caroline C. Eine rumänische Räuberbande sei am frühen Morgen in das Haus eingebrochen und habe sie beide gefesselt, so A. Im Laufe des Einbruchs sollen die Rumänen dann seine Frau ermordet haben, während er hilflos zusehen musste. Der 32-jährige Pilot war am Boden zerstört. Im ersten Moment war seine Geschichte glaubhaft, in der letzten Zeit wurde in dem im Athener Vorort Glyka Nera immer wieder eingebrochen. Das Haus des Paares war das letzte in der Reihe, bei diesem Einbruch hätten die Räuber nur übersehen, dass die Bewohner im Haus waren und so gerieten die Dinge außer Kontrolle.

Zeigte sich als Opfer

Die Mutter des Opfers hat den Mann nie als Mörder verdächtigt, doch die griechische Polizei glaubte seinen Tränen nicht. "Der Verdacht stand von Anfang an im Raum", sagte Polizeichef Petros Tzeferis der Presse. "Aber uns fehlten die harten Beweise." Als die Polizei diese Beweise ermittelt hatte, verhafteten sie den "trauernden Witwer" bei einem Gedenkgottesdienst für seine Frau. Dort umarmte er Carolines verzweifelte Mutter und weinte, bis er von den Beamten davon gezerrt wurde.

Letztlich wurde Babis A. sein Smartphone zum Verhängnis. In der Zeit, in der ihn die Räuber angeblich gefesselt und angebunden hatten, notierte sein Schrittzähler seine Aktivität. Damit war klar, dass er gelogen hatte. Der Fitnesstracker auf Carolines Smartphone belegte ihren Todeskampf. Diese Daten zeigten, wie sie fast fünf Minuten litt.

Nachdem er sie mit einem Kissen erstickt hatte, sagte Babis bei der Vernehmung, sei er in Panik geraten. Er konnte ihre Leiche nicht verstecken – also inszenierte er einen vorgetäuschten Raubüberfall. Dabei tötete er sogar den Hund, um die Geschichte glaubhafter zu machen. "Niemand hätte gedacht, dass ich einem Hund etwas antun könnte."

Problem mit den Daten 

"Ich dachte daran, Carolines Leiche verschwinden zu lassen, aber es war unmöglich für mich. Ich weinte, als ich sie sah. Das Nächste, was mir einfiel, war zu sagen, dass es jemand anderes getan hat. Ich würde der Polizei sagen, dass Einbrecher in das Haus eingedrungen sind. Ich war in Panik. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich dachte, ich müsste den Hund verletzen, um plausibler zu wirken und damit sie glauben, dass Einbrecher ins Haus gekommen waren."

Geplantes Vorgehen

Babis A. ging mit großer Grausamkeit und sehr zielstrebig vor. Er soll seiner Frau zunächst Watte in den Mund gestopft und sie dann mit dem Kissen erstickt haben. Den kleinen Welpen ertränkte er und hängte den toten Hund an seiner Leine im Treppenhaus auf.

Doch Babis A. vertat sich mit den Zeiten. In seinen Aussagen gegenüber der Polizei tauchten die Einbrecher erst spät am frühen Morgen auf. Lange nach dem Streit und dem Mord. Irgendwie musste er die Zeit überbrücken, die er selbst gebraucht hatte, um sich nach dem Mord zu fassen und um seine Vorbereitungen zu treffen. Das führt aber dazu, dass der Fitnesstracker von Caroline zeigte, dass ihr Herz schon aufgehört hatte zu schlagen, bevor der angebliche Einbruch stattfand. Die Daten seines Telefons zeigten weiter, wie er panisch durch das ganze Haus lief, obwohl er behauptetet hatte, die ganze Nacht an das Bett gefesselt gewesen zu sein. Dazu kam, dass die Speicherkarte der Überwachungskamera entfernt wurde, wiederum lange vor dem Einbruch. Ihr Mobiltelefon zeigte, dass die 20-jährige Mutter in der Tatnacht versucht hatte, sich und ihre Tochter Lydia in einem Hotelzimmer einzubuchen.

Die Polizei ging äußerst geschickt vor. Babis A. hatte keine Ahnung, dass gegen ihn ermittelt wurde. Sechs Wochen nach dem Mord musste er glauben, dass er davongekommen sei, dann wurde er abrupt verhaftet. Als er mit den erdrückenden Beweisen konfrontiert wurde, gestand er alles.

Überraschende Konfrontation 

Bei der Vernehmung versuchte er alle Schuld auf die Tote zu schieben. Er behauptete, die Britin sei aggressiv gewesen und habe ihn geschlagen, sagte er. Die Tagebücher der jungen Frau zeigen, wie unglücklich sie sich fühlte. Schon als sie mit ihrer Tochter schwanger war, lautete ein Tagebucheintrag: "Ich habe mich wieder mit Babis gestritten. Diesmal war es ernst. Ich schlug ihn, ich beschimpfte ihn und er brach die Tür auf. Alles, was ich wollte, war, dass er fragt, wie es mir geht, wenn ich aufwache. Ich wachte so schwach und müde auf.

Ich denke daran, zu gehen. Ich denke daran, zu meiner Schwester zu gehen, ich weiß nicht, ob ich es mit Babis aushalten kann. Ich liebe ihn so sehr, dass ich ihn nicht verlassen kann, auch wenn mir diese Beziehung wehtut." Laut dem Tagebuch litt Caroline an starken Stimmungsschwankungen, die sie für die Streitigkeiten verantwortlich machte.

Nun wird Babis A. wegen des Mordes an Caroline und des Todes des Tieres angeklagt, ihm droht eine lebenslange Haft.


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