VG-Wort Pixel

Babyleichen in der Tiefkühltruhe Verurteilter Mutter droht höhere Strafe


1986, 1988, 2004. Gleich dreimal hatte eine Frau aus dem sauerländischen Wenden ihre neugeborenen Töchter im eigenen Badezimmer entbunden und nach deren Tod in der Kühltruhe versteckt. Nun wird der Prozess neu aufgerollt. Der Vorwurf: Die Mutter habe eines ihrer Babys absichtlich erstickt.

Zwei Jahre nach der Entdeckung dreier Babyleichen in einer Tiefkühltruhe im sauerländischen Wenden muss sich die Mutter der Kinder erneut vor Gericht verantworten. Vor dem Landgericht Münster begann am Dienstag das Revisionsverfahren gegen die heute 44-jährige Frau. Das Landgericht Siegen verurteilte sie im Dezember 2008 wegen zweifachen Totschlages durch Unterlassen zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis. Den dritten Fall sah das Gericht als verjährt an. Das Bundesgerichtshof hatte das Urteil jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft teilweise aufgehoben.

Die 44-jährige Angeklagte soll die Babys unmittelbar nach der Geburt getötet und danach jahrelang in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt haben. Der damals 18-jährige Sohn der Angeklagten stieß im Jahr 2008 auf die Babyleichen, als er eine Pizza aus der Tiefkühltruhe nehmen wollte. Die alkholkranke Frau gestand im ersten Verfahren, ihre 1986, 1988 und 2004 geborenen Töchter heimlich im Badezimmer entbunden und sie nach deren Tod in der Tiefkühltruhe versteckt zu haben. Eine Tötungsabsicht bestritt sie jedoch.

Möglicherweise Totschlag

Vom Landgericht Siegen wurde die Mutter in erster Instanz zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob diese Entscheidung allerdings auf Antrag der Staatsanwaltschaft teilweise auf. Denn nach Auffassung der Karlsruher Richter machte sich die Mutter im Fall des 1988 geborenen Kindes möglicherweise des aktiven Totschlages schuldig, als sie das Kind durch minutenlanges Ansichdrücken erstickte. In diesem Fall müsste die Mutter mit einer höheren Strafe rechnen.

Eine Revision der Angeklagten, die eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung erreichen wollte, verwarf der Bundesgerichtshof als unbegründet. Das Urteil soll am 3. September verkündet werden.

APN APN

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker