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"Person mit Messer in der Hand": Polizei erschießt Obdachlosen in Schleswig-Holstein

Ein Obdachloser wurde in Schleswig-Holstein von der Polizei erschossen. Was genau im Stadtzentrum geschah ist noch unklar, Ermittler fanden vor Ort ein Messer.

Die Polizei sperrte die Umgebung in Bad Oldesloe mit einem Bauzaun ab

Die Polizei sperrte die Umgebung in Bad Oldesloe mit einem Bauzaun ab und sicherte Spuren

DPA

Im schleswig-holsteinischen Bad Oldesloe hat ein Polizeieinsatz ein tödliches Ende genommen. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei bestätigten, wurde ein 22-Jähriger von einem Beamten erschossen.

Drei Streifenwagenbesatzungen sind den Angaben zufolge am Sonntagmittag in die Nähe der Schwimmhalle im Zentrum der 25.000-Einwohner-Stadt ausgerückt, nachdem über den Notruf eine Person mit einem Messer in der Hand gemeldet wurde. In der Nähe des Schwimmbades entdeckten die Beamten demnach den Mann.

Was dann genau geschah, ist noch nicht bekannt. "Es kam zu einem Schusswaffengebrauch", so die Polizei in einer Mitteilung. Zeugen berichteten den "Lübecker Nachrichten", es seien bis zu drei Schüsse an der an Werktagen belebten Straße gefallen. Hinzugerufene Rettungskräfte konnten dem getroffenen Mann nicht mehr helfen, er starb noch vor Ort. Bei ihm soll es sich um einen 22-jährigen obdachlosen Deutschen aus Bad Oldesloe handeln.

Staatsanwaltschaft ermittelt in Bad Oldesloe

Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt, Ermittler fanden dort ein Messer mit 18 Zentimeter langer Klinge. Ob damit zum Beispiel die Beamten bedroht wurden, ist unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun die Hintergründe und den Ablauf des tödlichen Zwischenfalls. Dazu sollen auch die beteiligten Beamte befragt werden. Weitere Angaben machten die Behörden bislang nicht.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut einer Erhebung der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster 14 Menschen von der Polizei erschossen und 39 durch Schüsse verletzt. Trotz zuletzt steigenden Zahlen ist der Schusswaffengebrauch durch Polizeibeamte angesichts von rund 300.000 Beschäftigten bei den Polizeibehörden hierzulande die große Ausnahme.