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Bad Salzuflen Dreijähriger syrischer Junge von Luftdruckwaffe angeschossen

Der Täter ist noch unbekannt - die Polizei ermittelt (Symbolbild)
Der Täter ist noch unbekannt - die Polizei ermittelt (Symbolbild)
© Friso Gentsch/DPA
Ein Unbekannter hat einen syrischen Jungen in einem Wohngebiet von Bad Salzuflen angeschossen. Das Projektil steckte noch in dem Jungen, als er im Krankenhaus ankam. Die Ermittlungen nach dem Täter laufen.

In Bad Salzuflen hat ein Unbekannter mit einer Luftdruckwaffe auf ein kleines Kind aus Syrien geschossen. Der Dreijährige sei am Sonntagabend vor einem Mehrfamilienhaus durch das Projektil am Oberkörper verletzt worden, habe das Krankenhaus inzwischen aber wieder verlassen und sei "wohlauf", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im nordrhein-westfälischen Detmold heute.

Anhaltspunkte für einen politisch motivierten Angriff aufgrund der Herkunft des Kindes haben die Ermittler nach Angaben des Sprechers bislang nicht, allerdings werten sie den Schuss als einen gezielten Angriff auf Menschen. Die Ermittlungen führt eine Mordkommission. Der zuerst eingeschaltete Staatsschutz der Polizei klinkte sich hingegen inzwischen wieder aus dem Fall aus.

Eltern hatten ihn nur kurz allein gelassen

Der Dreijährige befand sich demnach zur Tatzeit gegen 22.00 Uhr in Begleitung seiner Eltern, die Bekannte in einem Wohngebiet im Bad Salzuflener Ortsteil Schötmar besuchten. Die Familie holte zwischendurch etwas aus ihrem Auto und wollte gerade wieder zurück in das Gebäude gehen, als der Junge anfing zu weinen.

Die Eltern bemerkten eine blutende Wunde und ein Loch im T-Shirt des Jungen, weshalb sie ihn sofort in eine Klinik nach Herford fuhren. Dort operierten Ärzte nach Angaben des Sprechers eine sogenannte Diabolo-Kugel aus der Wunde. Außerdem wurde die Polizei gerufen. Über den Fall hatte am Dienstag zuerst die Zeitung "Westfalen-Blatt" berichtet.

Die Ermittler gehen laut Sprecher nicht davon aus, dass es sich um einen Anschlag handelte, bei dem jemand gezielt Flüchtlingen auflauerte. Dafür gebe es keine "Hinweise oder konkreten Anhaltspunkte". Von einem bloßen Versehen gehen sie allerdings auch nicht aus. Demnach zielte der Schütze wohl absichtlich auf das Kind.

mjh AFP

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