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Blutlache in Wohnung: Jäger wird samt Waffensammlung seit Wochen vermisst - Polizei hegt schlimmen Verdacht

Ein Vermisstenfall beschäftigt die Polizei in Pforzheim: Seit fünf Wochen suchen die Ermittler einen vermissten Jäger - und sie befürchten das Schlimmste. Sorgen machen sie sich auch wegen dessen verschwundener Waffensammlung. 

Simon P. galt wochenlang als vermisst

Simon P. galt wochenlang als vermisst

Zuletzt haben ihn die Nachbarn gesehen. Der 50-jährige Büchsenmacher und Jäger Simon P. soll sich in der Nähe seines Hauses mit zwei unbekannten Personen gestritten haben. Noch unheimlicher ist, was nach Aussagen der Nachbarn des Mannes im Anschluss an den Streit passierte: Die Zeugen wollen laut "Pforzheimer Zeitung" beobachtet haben, wie die beiden Unbekannten "Sachen" aus dem Haus trugen. Möglicherweise in einen Teppich eingewickelt.

Der Vorfall ereignete sich bereits Ende August. Seitdem wird der alleinstehende Mann aus Birkenfeld in Baden-Württemberg vermisst. Als die Polizei das Haus durchsuchte, erhärtete sich ein böser Verdacht: Die Beamten fanden eine Blutlache. Es war "eine größere Menge Blut", das inzwischen P. zugeordnet werden konnte, wie Frank Otruba, Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums in Karlsruhe, "Focus online" bestätigte.

P. besaß eine große Waffensammlung

Obwohl die Polizei schon vor drei Wochen die Sonderkommission "Wagner" mit 40 Beamten einrichtete, tappt sie weitgehend im Dunkeln. Sie veröffentlichte ein Bild von P., um Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Zuletzt suchten Einsatzkräfte das Gebiet um das Haus, das zum Teil aus Wald besteht, mit einer Kamera-Drohne ab.

Ein weiterer Umstand bereitet den Ermittlern große Sorgen. P. ist ein Waffennarr. Er soll rund 30 Waffen besessen haben. Das zumindest behaupten Nachbarn und Bekannte, die Polizei wollte die Zahl nicht bestätigen. Tatsache ist: P. ist Sportschütze, der in mehreren Schützenvereinen der Region aktiv war. Er besaß mehrere Waffen legal und gilt laut Zeugen als "Sonderling" und "versierter Waffentechniker." Bei den meisten Waffen soll es sich um Jagdwaffen handeln. Angeblich habe sich unter P. Sammlung eine zivile, halbautomatische Version des M16 befunden, das Sturmgewehr der US-Armee.

Bestätigt ist laut Polizei, dass er die Waffen in dafür vorgesehenen Stahlschränken aufbewahrte - und die sind allesamt verschwunden. Die Polizei setzt bei ihren Ermittlungen darauf, dass sie möglicherweise im Internet zum Verkauf angeboten werden. Das wäre eine heiße Spur.

Keine Hinweise auf die Täter

Auch bei den Drahtziehern des mutmaßlichen Waffenraubs tappe die Soko noch immer im Dunkeln. "Es gibt derzeit auch keinerlei Hinweise, dass terroristische Gruppen oder etwa Reichsbürger hinter der Tat stecken könnten", sagte der Polizeisprecher. Die Art und Weise deute jedoch darauf hin, "dass die Täter durchaus gut organisiert sind und möglicherweise nicht aus der Region stammen".

Zeugen, die entsprechende Hinweise geben können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter 0721 666-5555 zu melden. 

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tis