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Baden-Württemberg: Mutter legt Säugling in Gefrierschrank

Eine 20 Jahre alte Frau hat in Horb in Baden- Württemberg ihr lebendes Neugeborenes in einen Gefrierschrank gelegt. Dort wurde die Leiche des kleinen Mädchens von Angehörigen entdeckt. Die Mutter sei der Meinung gewesen, das Baby sei tot.

In einem Gefrierschrank hat eine 20-jährige Frau aus dem baden-württembergischen Horb ihr lebend geborenes Baby abgelegt. Das Mädchen sei in eine Plastiktüte eingepackt gewesen und von Angehörigen entdeckt worden, teilte der Leiter der Staatsanwaltschaft Rottweil, Albrecht Foth, mit. Die Mutter habe ausgesagt, sie habe geglaubt, den Säugling tot zur Welt gebracht zu haben. Laut Obduktion war er aber lebensfähig. Die Frau wurde in Untersuchungshaft genommen, ihr wird Totschlag zur Last gelegt.

Bereits am vergangenen Sonntag habe sich die Arbeiterin im Beisein ihres Verlobten und dessen Mutter bei der Polizei gemeldet, sagte Foth. Demnach gab sie bei ihrer Vernehmung an, dass Kind vor drei bis vier Wochen geboren zu haben. Bei der Entbindung sei niemand zu Hause gewesen. Die Frau habe in ihrer Vernehmung gesagt, die Schwangerschaft nicht bemerkt und von der Geburt völlig überrascht und konsterniert gewesen zu sein. Sie habe im Haus keinen Ansprechpartner gehabt. Das Kind habe sich nicht bewegt und nicht geschrien. Etwa 20 bis 30 Minuten nach der Geburt habe sie das Mädchen dann in eine Plastiktüte gepackt und in den Gefrierschrank gelegt.

Laut Polizei offenbarte sich die aus der Schweiz stammende Frau später ihrem Verlobten und dessen Mutter. Diese fand den toten Säugling im untersten Fach des Gefrierschranks. Die Gerichtsmediziner müssten weitere Untersuchungen machen. Das Paar lebte den Angaben zufolge in einem Zimmer im Haus der Eltern des Verlobten in Horb. Motiv und Todesursache des Babys waren laut Polizei zunächst völlig unklar.

Kein Hinweis auf Mittäter

Foth sagte, nach der Geburt sei die Frau normal zur Arbeit gegangen. Der Verlobte der jungen Frau sei ungefähr zehn Jahre älter. Oberstaatsanwalt Georg Rieker sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass an der Tat andere Personen beteiligt gewesen seien. Die Mutter sei sozial unauffällig. Sie habe eine Ausbildung absolviert und normal gearbeitet. Sie habe seit einem Jahr in Deutschland gelebt. "Es war vermutlich eine normale Geburt nach neun Monaten Schwangerschaft", sagte Rieker. Die Polizei hat nach eigenen Angaben keine Anzeichen dafür, dass die junge Frau weitere Kinder geboren haben könnte.

AP / AP