Bagdad Der größte Bankraub aller Zeiten


Das hat sich gelohnt: Sage und schreibe eine viertel Milliarde Dollar - genauer 282 Millionen - haben Diebe aus einer Bank in Bagdad geraubt. Die drei Männer waren bei der Sicherheitsfirma angestellt.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben drei Wächter einer Sicherheitsfirma 282 Millionen US-Dollar (205 Millionen Euro) aus einer Bank geraubt. Es ist damit vermutlich der größte Bankraub aller Zeiten. Nach Angaben des Innenministeriums vom Donnerstag fehlt von den Räubern bislang jede Spur. Die Männer, die von einer Sicherheitsfirma zur Bewachung der Dar-al-Salam-Privatbank abgestellt worden waren, hatten am Mittwoch plötzlich ihre Waffen auf die Bankangestellten gerichtet und dann ungehindert das Bargeld abtransportiert.

Die Bank liegt an einer belebten Geschäftsstraße im Zentrum von Bagdad. Über mögliche Hintermänner des Coups oder die näheren Umstände wurde zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher des Finanzministeriums bestätigte den Raub und die dabei erbeutete Summe.

Die spektakulärsten Fälle

Bei Raubüberfällen und Diebstählen erbeuten Gangster immer wieder Millionenwerte. Sie haben es vor allem auf Banken, Werttransporte oder Juwelenhändler abgesehen. Einige spektakuläre Fälle der vergangenen Jahre:

März 2007: In einer Bank im Diamantenviertel der belgischen Stadt Antwerpen werden Edelsteine im Wert von rund 21 Millionen Euro gestohlen. Der Täter hatte den Einbruch mindestens ein Jahr im Voraus geplant und war in der Bank als Kunde aufgetreten.

Februar 2006: Sechs Gangster erbeuten im englischen Tonbridge umgerechnet knapp 78 Millionen Euro bei einem Überfall auf ein Depot für Wertgegenstände. Die Täter hatten den Direktor des Depots überfallen, seine Familie als Geisel genommen und sich so Zugang in das Sicherheitslagerhaus verschafft.

August 2005: Bei einem Banküberfall in der brasilianischen Provinzhauptstadt Fortaleza werden umgerechnet rund 57 Millionen Euro erbeutet. Die Räuber hatten in filmreifer Manier einen 80 Meter langen und 4 Meter tiefen Tunnel bis in den Tresorraum gegraben.

Februar 2005: Bei einem Überfall auf dem schwer bewachten Frachtgelände des Amsterdamer Flughafens Schiphol werden Schmuck und Diamanten im Wert von 80 Millionen Euro geraubt. Die Täter hatten einen Werttransport der niederländischen Fluggesellschaft KLM überfallen.

Dezember 2004: Beim größten Bankraub in der Geschichte Nordirlands erbeutet eine Bande 38 Millionen Euro. Nachdem die Kriminellen die Familien zweier leitender Angestellter der Northern Bank als Geiseln genommen hatten, öffnen die Bankmitarbeiter den Gangstern die Geldschränke.

Februar 2003: Einbrecher lassen sich an einem Wochenende im Diamond Center im belgischen Antwerpen einschließen und brechen 120 Schließfächer auf. Sie erbeuten Diamanten und Wertpapiere in Wert von rund 100 Millionen Euro. Einen Großteil der Edelsteine müssen die Räuber zurücklassen: Sie können einfach nicht mehr wegtragen.

Juni 1995: Bei einem Überfall auf eine Bankfiliale in Berlin- Schlachtensee fallen Geiselgangstern insgesamt umgerechnet 8,3 Millionen Euro in die Hände: Die bisher höchste Beute aller Raubüberfälle in Deutschland. Sie kassieren 2,87 Millionen Euro Lösegeld, den Rest holen sie aus Tresoren und mehr als 200 aufgebrochenen Schließfächern. Als die Polizei die Bank nach 18 Stunden stürmt, sind die Gangster bereits durch einen zuvor in 16- monatiger Arbeit gegrabenen Fluchttunnel entkommen.

Mai 1990: Einem Geldboten des Brokerhauses Sheppard werden in der Londoner City auf dem Markt kaum absetzbare Wertpapiere im Gegenwert von 413 Millionen Euro gestohlen. Der größte Teil der Beute wird in den kommenden Monaten wiedergefunden.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker