Bajonettenmord "Extremsadist" gesteht


In Augsburg muss sich Mathias B. wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der Angeklagte und sein mutmaßlicher Mittäter sollen einen Schüler nach dem Sex mit 30 Bajonettstichen ermordet haben. Jetzt hat B. gestanden.

Im Prozess um den Sexualmord an dem 15- jährigen Türken Murat hat der 42-jährige Angeklagte am Montag eine Tatbeteiligung gestanden. Vor dem Landgericht Augsburg bestätigte er beim Prozessauftakt den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, er habe Murat gemeinsam mit einem 33-jährigen Schweizer gezielt zur Tötung in einen Wald bei Donauwörth gelockt, ihn nach Sexspielen zur Bewusstlosigkeit gewürgt, gedrosselt und schließlich mit etwa 30 Bajonettstichen getötet. Der Staatsanwalt bezeichnete die beiden homosexuellen Täter als "Extremsadisten".

Der Angeklagte aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gab die Hauptschuld seinem Schweizer Mittäter, der eine Auslieferung nach Deutschland abgelehnt hatte und in der Schweiz vor Gericht gestellt werden soll. Er räumte ein, bei der Tat Murats Beine festgehalten zu haben. "Dafür schäme ich mich", sagte der Angeklagte. Seine Beteiligung sei auf Anweisung des Schweizers erfolgt. "Das ging nicht von mir aus." Den folgenden Tötungsakt habe er nur als "Stöhnen und Röcheln" abseits stehend mitbekommen. Später sei der Schweizer zu ihm gekommen und habe gesagt, er habe Murat "abgestochen".

Tötungsplan schon bei der Kontaktaufnahme

Den Schweizer habe er über das Internet kennen gelernt, als er wegen finanzieller und persönlicher Gründe einen "Würger" gesucht habe, der ihn selbst töten sollte, sagte der Angeklagte. Stattdessen habe ihn der Schweizer überredet, "eine Drittperson" zu töten. Er selbst habe zunächst nie die Absicht gehabt, sich aktiv an der Tötung eines Dritten zu beteiligen, beteuerte der 42-Jährige.

Vor der Tat an Murat, die laut Anklage von den beiden Beschuldigten aus "Mordlust und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes" heimtückisch begangen wurde, hatten die beiden Männer schon einmal versucht, ein Opfer zu finden. Dazu hatten sie den Ermittlungen zufolge einen 16-Jährigen nachts von der Straße aufgelesen, um ihn gezielt zu töten. Der kampfsporttrainierte Jugendliche konnte sich jedoch wehren und flüchten. Der Angeklagte beteuerte, er habe bei der verhinderten Tat ebenso wie bei der Tötung von Murat in Abhängigkeit von dem Schweizer gestanden.

Fesselspiele und homosexuelle Handlungen

Der aus Asbach-Bäumenheim (Landkreis Donau-Ries) stammende Murat habe ihm auf eine Anzeige im Internet geantwortet und sich mit Fesselspielen und homosexuellen Handlungen zu dritt gegen Geld einverstanden erklärt, sagte der Angeklagte. Murat sei versprochen worden, dass es dabei keinerlei Verletzungen geben werde und auf ein vereinbartes Zeichen hin alle Handlungen abgebrochen würden.

Dies war laut Anklage aber nur zum Schein vereinbart worden, um den Tötungsplan umzusetzen. Der getäuschte Murat habe sich darauf eingelassen, sich fesseln zu lassen und "Strangulationsspiele" zu erdulden. Der 15-Jährige soll dann bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden sein. Als er danach noch ein Lebenszeichen von sich gegeben hatte, soll er von dem Schweizer im Beisein des 42-Jährigen erneut gewürgt, mit einer Hundeleine gedrosselt und schließlich mit dem Bajonett erstochen worden sein.

Bei der weiteren Schilderung der sexuellen Einzelheiten mit homosexuellem Hintergrund schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus. Die Richter haben für das Verfahren acht Verhandlungstage angesetzt und insgesamt sechs Gutachter und 20 Zeugen geladen.

DPA DPA

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