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Als Hühnchen verkauft: Bali-Touristen bekommen ohne ihr Wissen Hunde im Essen serviert

Auf Bali werden jedes Jahr schätzungsweise 70.000 Hunde geschlachtet. Die Tiere werden gefoltert und oft vergiftet. Ihr Fleisch landet schließlich auf den Tellern ahnungsloser Touristen. Das kann für Menschen gefährlich werden.

Bali: Fleischhändler wenden brutale Methoden an, um Hunde zu fangen

Bali: Fleischhändler wenden brutale Methoden an, um Hunde zu fangen

Egal ob Luxus-Flitterwochen oder Rucksack-Tour: Bali ist für viele europäische, amerikanische und australische Touristen ein Traumziel. Doch die indonesische Insel hat auch eine dunkle Seite. Wie die Tierschutzorganisation Animals Australia nun herausgefunden hat, werden auf den Straßen Balis jeden Tag Hunde gefangen und oftmals brutal getötet, um ihr Fleisch an ahnungslose Touristen zu verkaufen. "Die 'glücklichen' unter ihnen werden erschossen. Andere werden vergiftet, erdrosselt oder totgeschlagen", heißt es in dem Untersuchungsbericht.

Verdeckte Ermittler der Organisation haben aufgedeckt, dass vor allem fliegende Händler und Straßen-Imbisse Hundefleisch als Hühnchen ausgeben. Dabei werden die betroffenen Speisen oft als "Satay" gekennzeichnet. Unter diesem Begriff sind in der westlichen Welt vor allem Hühnchenspieße bekannt. Animals Australia hat aber auch 70 Restaurants identifiziert, die auf diese Verkaufspraxis zurückgreifen. 

Boomendes Geschäft auf Bali

"Touristen sehen nur, dass die Läden 'Satay' verkaufen und achten nicht auf die RW-Kennzeichnung. Diese signalisiert, dass Hundefleisch serviert wird", sagte die Organisationsvertreterin Lyn White dem australischen Sender ABC.

Und das Geschäft boomt. Nach Informationen von Animals Australia werden auf Bali Jahr für Jahr mehr als 70.000 Hunde für den Fleischhandel geschlachtet.

Gefangene Hunde warten auf ihre Schlachtung

Gefangene Hunde warten auf ihre Schlachtung

Die Methoden der Hundejäger sind brutal. Die Tiere werden an Beinen und Schnauzen geknebelt und in Kisten oder Plastiksäcke gesteckt, wo sie stundenlang auf ihre Schlachtung warten müssen. Manchmal werden die über mehrere Tage hinweg gefangen gehalten - ohne Wasser und Nahrung. Anschließend werden sie einer nach dem anderen vor den Augen der anderen Tiere umgebracht.

Tödliche Gefahr für die Menschen

Die Brutalität der Hundejäger schockiert sogar erfahrene Aktivisten. "Als Tiermissbrauch-Ermittler bin ich an Grausamkeit gewohnt, aber nichts hat mich auf den brutalen Fang der Hunde vorbereitet", sagte einer der Undercover-Mitarbeiter von Animals Australia dem Sender ABC. "Es zerriss mir das Herz zu hören, wie sie vor Angst und Leid winseln und jaulen."

Das der gefolterten Hund birgt ernsthafte gesundheitliche Gefahren für den Menschen, da die Tiere oftmals vergiftet werden. Übelkeit, Muskelschmerzen, Kurzatmigkeit, aber auch Organ- und Nervenschäden können die Folge eines Verzehrs sein. "Wenn sie zum Beispiel ein Curry-Gericht essen, das Teile des Magens oder Herzens enthält, kann es tödliche Folgen haben, da diese Organe eine hohe Konzentration von Cyanid aufweisen", erklärte der Direktor des New South Wales Poisons Information Center gegenüber ABC. 

ivi
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